Bundeswehr will Bürokratie abbauen: Pistorius startet Entrümpelungsaktion mit 153 Maßnahmen
Bundeswehr startet Bürokratie-Abbau mit 153 Maßnahmen

Bundeswehr startet großangelegte Bürokratie-Entrümpelung

Bei der Bundeswehr steht ein umfassender Bürokratieabbau bevor. Verteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD) hat eine sogenannte "Entbürokratisierungsagenda" auf den Weg gebracht, die das Leben der Soldatinnen und Soldaten durch insgesamt 153 konkrete Maßnahmen spürbar erleichtern soll. Im Fokus stehen dabei insbesondere Doppel-Befehle, längst abgelaufene Regelungen und die allgegenwärtige Papierflut, die den militärischen Alltag häufig belasten.

Zeitintensive Bestandsaufnahme notwendig

Bis die Reformen tatsächlich greifen, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Zunächst muss nämlich ermittelt werden, welche Befehle überhaupt doppelt vorhanden, überflüssig oder sogar der Kriegstüchtigkeit hinderlich sind. Diese Bestandsaufnahme bietet genügend Zeitraum, um Empfehlungen von aktiven Soldaten, Reservisten und Veteranen einzuholen. Die Truppe soll selbst Vorschläge einreichen, welche Regelungen künftig verschlankt oder komplett abgeschafft werden können.

Kuriositäten aus der Bundeswehr-Geschichte

Die Geschichte der Bundeswehr liefert zahlreiche Beispiele für bürokratische Überregulierung:

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  • Hosen-Schadensbericht in dreifacher Ausführung: Reißt sich ein Soldat während des Gefechtstrainings die Hose, muss ein ausführlicher Schadensbericht in dreifacher Ausfertigung verfasst werden. Mehrere Vorgesetzte beschäftigen sich dann mit der Entscheidung, ob eine neue Hose ausgegeben wird.
  • Strenge Sicherheitsvorschriften auf Schießständen: Laut Medienberichten ist auf Schießständen neuerdings das Essen und Trinken untersagt – Begründung: Gefahrstoffkontamination! Nach dem Üben müssen die Schuhe in eine spezielle Stiefelwaschanlage. Um erst gar keine "Gefahrstoffe" an der Kleidung zu hinterlassen, sollen Soldaten zum Schießen sogar ihre Isomatten mitbringen.
  • Deutsche Mülltrennung in Afghanistan: Während des Afghanistan-Einsatzes war eine Mülltrennung nach deutschem Standard vorgeschrieben. Ein Veteran erinnert sich: "Die Afghanen haben es dann abgeholt, auf einen Haufen geschmissen und einfach verbrannt."
  • Überzogene Anforderungen an Panzerentwicklung: Bei der Entwicklung des Schützenpanzers Puma mussten unter anderem "ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten" berücksichtigt werden. Zudem durfte die Feinstaubbelastung den für Schwangere zugelassenen Grenzwert nicht überschreiten.

Diese Beispiele verdeutlichen, wie dringend notwendig die geplante Entbürokratisierung ist. Die Bundeswehr sucht nun aktiv nach weiteren Vorschlägen aus den Reihen der Truppe, um die Reformagenda möglichst praxisnah umzusetzen.

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