Mit der Taufe der Korvette „Lübeck“ im Hamburger Hafen hat das zehnte und vorerst letzte neue Schiff der Klasse 130 für die Deutsche Marine einen entscheidenden Schritt erreicht. Die feierliche Zeremonie fand am Standort Blohm+Voss statt, der zur Rheinmetall-Division Naval Systems gehört. Es war die erste Schiffstaufe seit der Übernahme der NVL durch den Rüstungskonzern Rheinmetall Anfang März. Zuvor gehörte die Werft zur Bremer Gruppe Lürssen.
Name „Lübeck“ als Zeichen der Verbundenheit
Die Taufe übernahm Huong Nguyen, Partnerin des Lübecker Stadtpräsidenten Henning Schumann. Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) betonte, dass der Name der Hansestadt eine Ehre sei und die Verbundenheit mit den Streitkräften symbolisiere. „Die Soldatinnen und Soldaten sollen wissen, wo immer sie im Dienste unseres Landes unterwegs sind, die Hansestadt Lübeck fühlt sich ihnen verbunden und zu großem Dank“, so Lindenau. Er überreichte der Besatzung ein Stadtwappen sowie fünf für Lübeck wichtige Bücher: einen Bildband der Stadt, ein Buch zur Geschichte der Hanse und je ein Werk der drei Lübecker Nobelpreisträger Willy Brandt, Thomas Mann und Günter Grass.
Technische Details und Einsatzprofil
Die Korvette ist 89 Meter lang, kostet rund 400 Millionen Euro und wird voraussichtlich 2028 an die Bundeswehr übergeben. Sie ist speziell für küstennahe Operationen konzipiert, insbesondere für Aufklärung und Seezielbekämpfung in Nord- und Ostsee. Gebaut wird das Schiff von der Arbeitsgemeinschaft K130 unter Federführung von Rheinmetall Naval Systems, zusammen mit Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) und German Naval Yards aus Kiel.
Verzögerungen bei der Beschaffung kritisiert
Vizeadmiral Axel Deertz, Stellvertreter des Inspekteurs der Marine, lobte die Korvette als Bekenntnis Deutschlands zur maritimen Sicherheit im Ostseeraum, kritisierte jedoch die lange Beschaffungsdauer. Diese Verzögerungen zwängen die Marine stets dazu, aus dem dünnen Bestand zu kompensieren.
Einordnung in die Braunschweig-Klasse 130
Die „Lübeck“ gehört zur Braunschweig-Klasse 130, von der die Marine bereits fünf Schiffe zwischen 2008 und 2013 in Dienst stellte. 2017 folgte ein Auftrag über fünf weitere Korvetten. Vor der „Lübeck“ wurden die „Augsburg“, „Köln“, „Emden“ und „Karlsruhe“ getauft.
Rheinmetall-Chef: Taufe ist emotional etwas Besonderes
Rheinmetall-Chef Armin Papperger, der ebenfalls anwesend war, bezeichnete die Taufe als seine erste derartige Erfahrung. „Von den Emotionen her ist so eine Schiffstaufe natürlich etwas, was nicht vergleichbar ist zur Übergabe eines Panzers.“ Er lobte die Marine als fortschrittlich und betonte, dass Rheinmetall in allen Bereichen aktiv sei und voneinander lernen könne. Tim Wagner, Chef der Rheinmetall-Division Naval Systems, erklärte, mit der Taufe sei eine wichtige Etappe erreicht. Der Fokus liege nun auf der Ablieferung der Korvetten „Emden“ und „Köln“ im Laufe des Jahres.



