Kreml droht europäischen Rüstungsfirmen mit Angriffen – „Liste legitimer Ziele“
Im Kreml wird erneut mit scharfer Rhetorik gegen den Westen gewütet. Russland hat Europa mit direkten Angriffen auf Rüstungsunternehmen gedroht, die die Ukraine mit militärischer Ausrüstung versorgen. Hintergrund dieser Eskalation sind neue Drohnenlieferungen für Kiew, die von europäischen Staaten zugesagt wurden.
„Liste potenzieller Ziele“ für russische Streitkräfte
Das russische Verteidigungsministerium veröffentlichte in einer Telegram-Nachricht eine Liste mit Adressen von Firmen, die angeblich Drohnen oder Drohnenteile für die Ukraine produzieren. Darunter befinden sich zwei Standorte in München und einer in Hanau. Der frühere russische Präsident und aktuelle Vizechef des nationalen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew, bezeichnete diese Unternehmen auf der Plattform X als „Liste potenzieller Ziele für die russischen Streitkräfte“.
Medwedew betonte, dass die Geschwindigkeit, mit der solche Schläge Realität werden könnten, von der weiteren Entwicklung der Situation abhänge. Das Verteidigungsministerium wertet die europäischen Hilfslieferungen als bewussten Schritt zur Eskalation und warnte, Europa verwandle sich zunehmend in das „strategische Hinterland der Ukraine“.
Hintergrund: Neue Hilfszusagen für die Ukraine
Die jüngsten Drohungen stehen im Zusammenhang mit weiteren militärischen Unterstützungszusagen für Kiew, die bei einem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Berlin gemacht wurden. Bereits einen Tag zuvor hatte Bundeskanzler Friedrich Merz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyi eine strategische Partnerschaft vereinbart, die auch militärische Komponenten umfasst.
Russland argumentiert, dass Länder, die Drohnen für die Ukraine produzieren, sich dadurch in den Krieg mit Russland hineinziehen lassen. Die Handlungen europäischer Staatschefs würden nicht zu mehr Sicherheit auf dem Kontinent führen, sondern im Gegenteil die Spannungen weiter verschärfen.
Tschechien bestellt russischen Botschafter ein
Tschechien reagierte umgehend auf die Drohungen aus Moskau. Außenminister Petr Macinka bestellte den russischen Botschafter in Prag ein, nachdem auch tschechische Rüstungsfirmen als mögliche Angriffsziele genannt worden waren. Laut tschechischem Außenministerium richten sich die Drohungen gegen mehrere Unternehmen des Landes, darunter ein Hersteller von Turbinentriebwerken für Drohnen und ein Produzent von Kamikaze-Drohnen.
Die tschechische Regierung verlangt von Moskau nun eine offizielle Stellungnahme zu den jüngsten Äußerungen des Verteidigungsministeriums und Medwedews. Macinka forderte eine Erklärung zu den bedrohlichen Aussagen, die die Sicherheit europäischer Unternehmen infrage stellen.
Systematische Angriffe auf ukrainische Infrastruktur
Seit Beginn des vor mehr als vier Jahren von Kreml-Machthaber Wladimir Putin befohlenen Krieges gegen die Ukraine hat Russland systematisch das Hinterland der Ukraine beschossen und zerstört. Moskaus Militärs begründeten diese Angriffe damit, dass es sich entweder um militärische Ziele handle oder – wie bei Energieanlagen – diese der Versorgung der ukrainischen Rüstungsindustrie dienten.
Die aktuelle Drohung gegen europäische Rüstungsfirmen markiert eine neue Eskalationsstufe im Konflikt. Sie unterstreicht die wachsende Spannung zwischen Russland und dem Westen, die sich durch die anhaltende militärische Unterstützung für die Ukraine weiter zuspitzt.



