Marine bereitet sich auf Minensucheinsatz im Persischen Golf vor
Marine bereitet Minensucheinsatz vor

Marine bereitet sich auf Minensucheinsatz im Persischen Golf vor

Die Deutsche Marine stellt sich auf einen möglichen Einsatz zur Minenräumung in der strategisch wichtigen Straße von Hormus ein. Der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, zeigte sich bei einer Informationsveranstaltung beim 3. Minensuchgeschwader in Kiel überzeugt von der Einsatzbereitschaft seiner Einheiten. „Die Marine, das kann ich Ihnen versichern, wird bereit sein“, erklärte Kaack. Voraussetzungen für einen solchen Einsatz seien jedoch das Ende der Kampfhandlungen in der Region, ein entsprechendes Mandat sowie ein Beschluss des Bundestages. „Zum Glück sind wir eine Parlamentsarmee“, betonte der Vizeadmiral.

Herausforderungen der kleinen Flotte

Kaack räumte ein, dass die Marine derzeit mit der kleinsten Flotte aller Zeiten operiere, die jedoch grundlegend modernisiert werde. „Alles, was wir haben, ist im Einsatz. Wir liefern verlässlich und professionell“, sagte er. Gleichzeitig müsse man Prioritäten neu setzen angesichts der Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten. Die Kommandeurin des 3. Minensuchgeschwaders, Fregattenkapitän Inka von Puttkamer, bestätigte, dass die Besatzungen auf einen möglichen Einsatz vorbereitet werden. Die Stimmung sei gut und motiviert. Die Marine verfügt über zehn Minenjagdboote der Frankenthal-Klasse, wobei nach dem Drittel-Grundsatz stets ein Teil der Schiffe einsatzbereit ist.

Ausrüstung und Technik

Die Boote des Geschwaders sind mit moderner Technik ausgestattet, darunter Drohnen zur Ortung von Minen. Diese können entweder autonom oder ferngesteuert eingesetzt werden. Nach der Ortung kommen Minentaucher zum Einsatz, um die Sprengkörper unschädlich zu machen. Zudem stehen Hohlstablenkboote der Seehund-Klasse zur Verfügung, die magnetische und akustische Signaturen von Schiffen simulieren, um Minen kontrolliert zur Detonation zu bringen.

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Besondere Bedingungen im Persischen Golf

Die Umweltbedingungen in der Straße von Hormus unterscheiden sich erheblich von denen in Nord- und Ostsee. „Das ist natürlich auch nicht das Gebiet, in dem wir uns besonders gut auskennen“, räumte von Puttkamer ein. Die Boote und Sensoren seien für heimische Gewässer ausgelegt, was jedoch nicht bedeute, dass sie nicht auch woanders eingesetzt werden könnten. Derzeit werde geprüft, welche zusätzliche Ausrüstung notwendig sei. Auch die psychologische Vorbereitung der Besatzungen auf die klimatischen und operativen Herausforderungen habe man im Blick.

Einsatzszenarien und Vorbedingungen

Der mögliche Einsatz sei an klare Vorbedingungen geknüpft, darunter eine Waffenruhe. „Wenn die nicht erfüllt sind, dann fahren wir da auch nicht hin“, stellte von Puttkamer klar. Kaack konkretisierte die Aufgaben: Zunächst müsse festgestellt werden, wo Minen liegen und welche Auswirkungen dies auf die Schifffahrt hat. Anschließend müssten sichere Routen freigeräumt werden, um den Handelsschiffen die Durchfahrt zu ermöglichen. Die Dauer des Einsatzes hänge von der Minendichte ab. Die Marine sei es gewohnt, mit Ungewissheiten zu arbeiten, und könne sich schnell an neue Gegebenheiten anpassen.

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