Marine-Staatssekretär Phelan verlässt US-Regierung mitten in Hormus-Blockade
Marine-Staatssekretär Phelan verlässt US-Regierung

Marine-Staatssekretär Phelan verlässt US-Regierung mitten in Hormus-Blockade

In einer überraschenden Personalentscheidung hat die US-Regierung ihren für die Marine zuständigen Staatssekretär John Phelan mit sofortiger Wirkung ausgetauscht. Der Wechsel erfolgt zu einem äußerst kritischen Zeitpunkt, während die amerikanische Marine die strategisch wichtige Straße von Hormus im Rahmen des Iran-Konflikts blockiert.

Unmittelbarer Abgang ohne Angabe von Gründen

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte auf der Plattform X den sofortigen Rücktritt Phelans. Zu den konkreten Gründen für diesen überraschenden Wechsel machte das Ministerium keine Angaben. Die Geschäfte werden vorerst von Unterstaatssekretär Hung Cao übernommen, bis eine dauerhafte Nachfolge gefunden ist.

John Phelan, ein ehemaliger Investmentbanker, hatte sein Amt als Marine-Staatssekretär erst im März des vergangenen Jahres angetreten. Während seiner Amtszeit lag der Schwerpunkt seiner Arbeit insbesondere auf der Stärkung des Schiffbaus sowie der gesamten maritimen Industrie der Vereinigten Staaten.

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Monatelange Spannungen mit Vorgesetzten

Wie die New York Times unter Berufung auf ungenannte Quellen berichtet, schwelten seit mehreren Monaten erhebliche Spannungen zwischen Phelan und seinen beiden direkten Vorgesetzten. Verteidigungsminister Pete Hegseth und dessen Stellvertreter Stephen Feinberg sollen zunehmend unzufrieden mit der Amtsführung Phelans gewesen sein.

Besonders Feinberg kritisierte demnach die Art und Weise, wie Phelan die neue Schiffbau-Initiative der Marine umsetzte. Diese internen Konflikte standen in auffälligem Kontrast zur öffentlichen Darstellung. Erst im Dezember hatte Phelan gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump ehrgeizige Pläne für neue Schlachtschiffe präsentiert, die sogar den Namen des Präsidenten tragen sollen.

Trump lobte Phelan öffentlich in höchsten Tönen

Bei dieser gemeinsamen Veranstaltung im Dezember hatte Präsident Trump den Marine-Staatssekretär in den höchsten Tönen gelobt und seine Arbeit ausdrücklich gewürdigt. Diese öffentliche Wertschätzung macht den nun erfolgten abrupten Abgang umso überraschender und deutet auf tiefgreifende interne Differenzen hin, die nicht öffentlich kommuniziert wurden.

Zweiter hochrangiger Wechsel innerhalb kurzer Zeit

Es handelt sich bei Phelans Abgang nicht um den ersten hochrangigen Personalwechsel im US-Verteidigungsministerium in jüngster Zeit. Erst vor etwa drei Wochen hatte Verteidigungsminister Hegseth den Stabschef des US-Heeres, General Randy George, zum Rücktritt gedrängt.

General George, der von Trumps demokratischem Vorgänger Joe Biden nominiert worden war, trat damals ebenfalls mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück. Diese beiden Personalwechsel innerhalb weniger Wochen deuten auf eine umfassende Neuausrichtung der militärischen Führungsebene unter der aktuellen Regierung hin.

Kritischer Zeitpunkt während der Hormus-Blockade

Der Wechsel an der Spitze der Marine-Verwaltung erfolgt zu einem äußerst sensiblen Zeitpunkt. Die US-Marine spielt derzeit eine zentrale Rolle im Iran-Krieg, indem sie eine Seeblockade der strategisch vitalen Straße von Hormus durchführt.

Präsident Trump verfolgt mit dieser Blockade das Ziel, dem Iran wichtige Einnahmequellen aus dem Öl-Export abzuschneiden. Die Blockade betrifft alle Schiffe, die aus iranischen Häfen auslaufen oder diese als Ziel haben. In dieser angespannten militärischen Situation stellt der Wechsel an der Spitze der Marine-Verwaltung eine zusätzliche Herausforderung dar.

Die Personalrochade wirft Fragen nach der Kontinuität der Marine-Politik und der Umsetzung der Schiffbau-Initiative auf, die Phelan maßgeblich vorangetrieben hatte. Besonders bemerkenswert ist der zeitliche Zusammenhang mit den internen Spannungen und der gleichzeitigen öffentlichen Unterstützung durch den Präsidenten.

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