Merz bekräftigt Deutschlands Bereitschaft zu Militäreinsatz in der Straße von Hormus
Merz: Deutschland bereit für Militäreinsatz in Hormus

Deutschland signalisiert Bereitschaft für Militärmission in der Straße von Hormus

Bundeskanzler Friedrich Merz hat nach einem hochrangigen Treffen in Paris die Bereitschaft Deutschlands bekräftigt, sich an einer internationalen Militärmission zur Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen. Bei einem Gespräch mit europäischen Staats- und Regierungschefs nannte Merz konkrete Einsatzmöglichkeiten wie Minenräumung und maritime Aufklärung.

Bedingungen für deutschen Einsatz

»Das können wir«, betonte der Bundeskanzler in seiner Erklärung, machte jedoch klare Voraussetzungen für einen deutschen Beitrag deutlich. Zunächst müsse ein Ende der Kampfhandlungen mit Iran erreicht werden. Darüber hinaus sei eine sichere Rechtsgrundlage erforderlich, idealerweise in Form einer Resolution des UN-Sicherheitsrates. Auch ein formeller Beschluss der Bundesregierung und des Bundestages wäre zwingend notwendig.

Merz forderte außerdem die vollständige und bedingungslose Freigabe der strategisch wichtigen Meerenge für die internationale Schifffahrt. Zwar begrüßte er die jüngste Öffnung durch Iran als »gute Nachricht«, betonte jedoch, dass Durchfahrten »in vollkommener Übereinstimmung mit dem internationalen Seerecht« erfolgen müssten, ohne jegliche Einschränkungen.

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Internationale Beratungen in Paris

Über einen möglichen internationalen Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus hatten am Freitag etwa 30 Staats- und Regierungschefs beraten. Gastgeber Emmanuel Macron, der französische Präsident, empfing neben Bundeskanzler Merz den britischen Premierminister Keir Starmer und die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni persönlich in Paris. Weitere Teilnehmer waren per Videokonferenz zugeschaltet.

Auf der gemeinsamen Pressekonferenz kündigten sowohl Macron als auch Premierminister Starmer an, die Planungen für eine internationale Mission zur Wiederherstellung der maritimen Sicherheit voranzutreiben. »Wir alle fordern die vollständige, sofortige und bedingungslose Wiedereröffnung der Straße von Hormus durch alle Beteiligten«, erklärte der französische Präsident.

Britisch-französische Führungsrolle

Großbritannien und Frankreich wollen gemeinsam eine multinationale Mission zum Schutz der Schifffahrt in der Straße von Hormus anführen, sobald die politischen und sicherheitsrelevanten Bedingungen dies zulassen. Starmer betonte, der Einsatz solle »strikt friedlich und defensiv« sein und primär der Minenräumung sowie der Wiederherstellung des Handelsverkehrs dienen.

Nach Angaben des britischen Premierministers haben bereits mehr als ein Dutzend Länder ihre Bereitschaft signalisiert, militärische Mittel zu der geplanten Mission beizusteuern. Die weiteren Beratungen sollen in der kommenden Woche in London fortgesetzt werden.

Iran öffnet Meerenge während Konferenz

Die strategisch äußerst wichtige Meerenge, durch die normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, war von Iran nach Kriegsbeginn wochenlang blockiert worden. Während der noch laufenden Pariser Konferenz erklärte nun der iranische Außenminister Abbas Araghchi, dass die Straße von Hormus während der derzeit geltenden Waffenruhe »komplett offen« sei.

Diese Ankündigung führte zu einem drastischen Rückgang der Ölpreise, die zuvor durch die Blockade weltweit in die Höhe getrieben worden waren. US-Präsident Donald Trump begrüßte die Entwicklung auf seinem Onlinedienst Truth Social mit einem großgeschriebenen »Danke«.

Deutsche Marine vor Herausforderungen

Marineinspekteur Jan Christian Kaack hatte im Vorfeld der Pariser Beratungen vor einer möglichen Überlastung der deutschen Seestreitkräfte gewarnt. »Wir haben die kleinste Marine aller Zeiten, aber eine Masse an Aufgaben«, sagte Kaack in einem Interview. Diese Aussage unterstreicht die logistischen und personellen Herausforderungen, die mit einem möglichen deutschen Einsatz in der Straße von Hormus verbunden wären.

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und stellt eine der wichtigsten maritimen Handelsrouten der Welt dar. Ihre Sicherheit hat direkte Auswirkungen auf die globale Energieversorgung und Wirtschaftsstabilität.

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