NATO-Partner melden historischen Anstieg der Verteidigungsbudgets
Die europäischen NATO-Mitgliedstaaten sowie Kanada haben im vergangenen Jahr einen bemerkenswerten Rekord bei ihren Verteidigungsausgaben verzeichnet. Wie aus einem aktuellen Bericht von NATO-Generalsekretär Mark Rutte hervorgeht, erhöhten die Alliierten ihre Militärausgaben um 19,6 Prozent auf insgesamt 574 Milliarden US-Dollar, was etwa 498 Milliarden Euro entspricht. Dieser Zuwachs übertrifft sogar die Steigerung aus dem Vorjahr, die bei rund 19,4 Prozent lag.
Deutschland mit deutlichem Plus, USA bleiben führend
Deutschland verzeichnete nach den offiziellen Zahlen einen besonders starken Anstieg. Das Verteidigungsbudget stieg um etwa 20 Prozent auf 88,8 Milliarden Euro. Ohne Berücksichtigung von Inflations- und Wechselkurseffekten belief sich der Betrag sogar auf 106,9 Milliarden Euro. Damit erreichte der Anteil der Verteidigungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt knapp 2,4 Prozent.
Trotz dieser beeindruckenden Steigerungen bleiben die europäischen Partner und Kanada in absoluten Zahlen deutlich hinter den Vereinigten Staaten zurück. Die USA gaben im vergangenen Jahr zwar 1,4 Prozent weniger für Verteidigung aus, doch mit 838 Milliarden Dollar, umgerechnet 727 Milliarden Euro, übersteigen ihre Ausgaben weiterhin die aller anderen Alliierten zusammengenommen.
Zwei-Prozent-Ziel erreicht, neue Ambitionen gesetzt
Bereits im Vorjahr hatte NATO-Generalsekretär Mark Rutte mitgeteilt, dass mittlerweile alle Mitgliedstaaten – mit Ausnahme von Island – das vereinbarte Ziel von mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung erreicht haben. Dieses Ziel wurde 2014 beschlossen und nun mit einem Jahr Verspätung erfüllt.
Doch für die meisten NATO-Staaten ist dies kein Grund zur Entspannung. Beim Gipfeltreffen im Juni vergangenen Jahres wurde unter dem Einfluss von US-Präsident Donald Trump eine neue, ambitionierte Zielvorgabe vereinbart:
- Mindestens 3,5 Prozent des nationalen BIP sollen künftig in klassische Verteidigungsausgaben fließen.
- Zusätzlich sind 1,5 Prozent für verteidigungsrelevante Bereiche wie Infrastruktur vorgesehen.
- Insgesamt soll so eine Quote von 5 Prozent erreicht werden.
Im vergangenen Jahr erreichten lediglich Polen, Litauen und Lettland die Marke von 3,5 Prozent für klassische Verteidigungsausgaben. Diese Länder fühlen sich besonders durch Russland bedroht und investieren entsprechend stärker in ihre militärische Sicherheit.



