NATO setzt bei Aufklärungsflugzeugen künftig auf kanadische statt US-Technik
NATO wählt kanadische statt US-Aufklärungsflugzeuge

NATO vollzieht strategischen Wechsel bei Aufklärungsflugzeugen

Die NATO plant einen bedeutenden Wechsel bei der Erneuerung ihrer in Deutschland stationierten Flotte von Awacs-Aufklärungsflugzeugen. Nach aktuellen Informationen aus Bündniskreisen wird das Verteidigungsbündnis künftig nicht mehr auf US-amerikanische Maschinen setzen, sondern stattdessen Flugzeuge des kanadischen Herstellers Bombardier beschaffen.

Kanadische Technik mit schwedischem System

Die neuen Aufklärungsflugzeuge sollen mit dem modernen GlobalEye-System des schwedischen Rüstungskonzerns Saab ausgerüstet werden. Dabei handelt es sich um eine hochmoderne Aufklärungs- und Frühwarnlösung, die auf den Bombardier-Modellen Global 6000 oder Global 6500 installiert werden soll. Die geplante Bestellung umfasst bis zu zwölf dieser Flugzeuge im Gesamtwert von mehreren Milliarden Euro.

Ein NATO-Sprecher wollte die Informationen zunächst weder bestätigen noch dementieren. Die endgültige Entscheidung soll jedoch bis zum NATO-Gipfel im Juli in Ankara fallen. Organisiert wird das milliardenschwere Projekt von der NATO-Beschaffungsagentur NSPA.

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Ursprüngliche Pläne mit Boeing wurden aufgegeben

Ursprünglich hatte die NATO eigentlich US-Maschinen vom Typ Boeing E-7A Wedgetail bestellen wollen. Dieses Vorhaben wurde allerdings aufgegeben, nachdem die US-Regierung im vergangenen Sommer ihren Ausstieg aus dem Programm angekündigt hatte. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hatte bereits im September vergangenen Jahres angedeutet, dass nach der geplanten Ausmusterung der Awacs-Flugzeuge für Deutschland auch das GlobalEye-System von Saab in Betracht komme.

Deutschland wird nach dem Rückzug der USA voraussichtlich den größten Anteil der Kosten für das neue Aufklärungssystem übernehmen müssen. Dies unterstreicht die gestiegene Verantwortung Deutschlands innerhalb des Bündnisses.

Die aktuelle Awacs-Flotte

Die derzeitige NATO-Awacs-Flotte besteht aus 14 Maschinen, die auf rund vier Jahrzehnte alten Boeing-707-Flugzeugen basieren. Diese sind mit dem charakteristischen pilzförmigen Radaraufbau ausgestattet und können:

  • Luftfahrzeuge in mehr als 400 Kilometern Entfernung orten und identifizieren
  • Gewonnene Informationen über Datenlinks in nahezu Echtzeit weitergeben
  • Als fliegende Gefechtsleitstände eingesetzt werden

Hauptstützpunkt der Flotte ist der NATO-Flugplatz Geilenkirchen bei Aachen. Die Awacs-Flugzeuge waren bislang an allen großen NATO-Einsätzen beteiligt, darunter Missionen zur Terrorismusbekämpfung und der Kosovokrieg. Aktuell werden sie vor allem zur Überwachung des Luftraums im östlichen Europa eingesetzt.

Zeitplan für die Erneuerung

Die derzeitigen Awacs-Flugzeuge der NATO sollen ab 2035 schrittweise ausgetauscht werden. Dieser Zeitplan gibt dem Bündnis ausreichend Gelegenheit, die neuen Bombardier-Maschinen mit Saab-GlobalEye-Systemen zu integrieren und das Personal entsprechend auszubilden. Der Wechsel von US-amerikanischer zu kanadisch-schwedischer Technologie markiert einen bedeutenden strategischen Schritt für die NATO und unterstreicht die Diversifizierung der Beschaffungsquellen innerhalb des Bündnisses.

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