US-Armee führt erste tödliche Handgranate seit Vietnamkrieg ein: M111 setzt auf Druckwelle statt Splitter
Neue US-Handgranate M111: Erste tödliche seit Vietnamkrieg

US-Militär stellt erste neue tödliche Handgranate seit Vietnamkrieg vor

Das Pentagon hat eine neue, tödliche Handgranate eingeführt – die erste ihrer Art seit dem Vietnamkrieg vor fast sechs Jahrzehnten. Wie der Nachrichtensender CNN berichtet, wird die Handgranate M111 die US-Truppen mit einer neuartigen Fähigkeit ausstatten. Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass das US-Militär trotz moderner Kriegsführung und Drohnentechnologie den klassischen Häuserkampf weiterhin als wesentlichen Bestandteil militärischer Operationen betrachtet.

Druckwelle statt Splitter: Ein neues Wirkprinzip

Die M111 unterscheidet sich grundlegend von ihren Vorgängermodellen. Während traditionelle Handgranaten den Gegner durch Splitterwirkung außer Gefecht setzen, stößt diese neue Handwaffe eine massive Druckwelle aus. Offiziell vorgestellt wurde das Modell bereits im vergangenen Monat. Es ist speziell für den Einsatz in urbanen Gebieten, Städten und Siedlungen konzipiert.

Ein typisches Einsatzszenario: Wenn Frontsoldaten bewohntes Gebiet einnehmen müssen und Häuser stürmen, bietet die neue Granate eine effektive Lösung. Sie schaltet Gegner aus, sodass Soldaten anschließend Raum für Raum sichern können. Laut einem Armee-Informationsblatt, das CNN zitiert, entfaltet die Waffe ihre Wirkung, indem die Hochdruckwelle auf menschliches Gewebe trifft und es „auf gewaltsame Weise komprimiert und dekomprimiert“.

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Gefährdung innerer Organe und neue Einsatzmöglichkeiten

Durch diesen Mechanismus sind insbesondere Trommelfelle, Lungen, Augen und der Magen-Darm-Trakt stark gefährdet. Im Klartext bedeutet dies, dass die inneren Organe des Feindes regelrecht zerreißen. Oberst Vince Morris, einer der Projektleiter, erklärt, dass US-Soldaten mit der M111 sogar Gegner töten können, die sich hinter Möbeln oder leichten Wänden verschanzt haben.

Die Kunststoffhülle der Granate verdampft beim Einschlag vollständig, was zusätzliche Verunreinigungen vermeidet. Dies steht im Kontrast zu Handgranaten aus dem Vietnamkrieg, die zur Isolierung Asbest enthielten. Bei deren Explosion wurden gefährliche Asbestfasern verstreut, die nicht nur unbeteiligte Zivilisten, sondern auch eigene Truppen gefährdeten.

Lehren aus vergangenen Konflikten

Bei der Entwicklung der M111 wurden auch Erfahrungen aus dem Irak-Krieg ab 2003 berücksichtigt, wo die bisher genutzte Splittergranate M67 zum Einsatz kam. Das US-Militär stellte dort fest, dass die Gefahr besteht, selbst unter Beschuss zu geraten, wenn sich Gegner hinter Wänden verschanzen. Die Druckwelle der neuen Granate soll dieses Problem nun lösen.

Interessanterweise wird der Vorgänger M67 nicht vollständig abgeschafft. Er soll weiterhin im offenen Gelände eingesetzt werden, um laut US-Militär „die tödliche Wirkung der Splitter zu maximieren“. Damit verfügen die Streitkräfte künftig über ein differenziertes Arsenal, das je nach Gelände und taktischer Situation die optimale Waffe bereitstellt.

Die Einführung der M111 markiert einen bedeutenden Schritt in der US-Militärtechnologie und unterstreicht die anhaltende Relevanz infanteristischer Nahkampfmittel in modernen Konfliktszenarien.

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