Pistorius legt neue Militärstrategie für Deutschland vor
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat am Donnerstag in Berlin eine umfassende Militärstrategie für die Bundeswehr vorgestellt. Angesichts der zunehmenden Bedrohungen durch Russland und hybride Angriffe setzt der Minister auf eine grundlegende Neuausrichtung der Streitkräfte. Die Strategie umfasst eine Gesamtkonzeption zur militärischen Verteidigung sowie eine Reserve-Strategie.
Russland als Hauptbedrohung identifiziert
In den Grundsatzdokumenten wird Russland explizit als Hauptbedrohung für die NATO und Deutschland genannt. „Russland bereitet sich durch seine Aufrüstung auf eine militärische Auseinandersetzung mit der NATO vor und sieht den Einsatz militärischer Gewalt als legitimes Instrument zur Durchsetzung seiner Interessen“, heißt es in dem Papier. Die Strategie besteht aus einer erstmals verfassten Militärstrategie und einem Fähigkeitsprofil, das den zukünftigen Aufbau, die Struktur und den Umfang der Streitkräfte festlegt.
Hybride Bedrohungen im Fokus
Neben konventionellen militärischen Gefahren betont Pistorius die wachsende Bedeutung hybrider Angriffsmethoden. Spionage, Sabotageakte, Cyberangriffe und Desinformationskampagnen seien keine Randphänomene mehr, sondern eine Dauerherausforderung. Die Abwehr dieser Bedrohungen werde zur zentralen Aufgabe der Bundeswehr und der zivilen Sicherheitsbehörden.
Drei Stufen der Transformation
Pistorius kündigte einen mehrstufigen Plan zur Stärkung der Bundeswehr an: „Wir entwickeln die Bundeswehr zur konventionell stärksten Armee Europas. Kurzfristig erhöhen wir unsere Verteidigungs- und Durchhaltefähigkeit, mittelfristig streben wir einen deutlich übergreifenden Fähigkeitszuwachs an und langfristig werden wir technologische Überlegenheit herstellen.“
Die Strategie sieht vor, die Einsatzbereitschaft der Truppe zu verbessern, die Materialausstattung zu modernisieren und die Digitalisierung voranzutreiben. Auch die personelle Aufstockung und die Stärkung der Reserve sind zentrale Elemente. Pistorius betonte, dass die Bundeswehr in einer unsicherer gewordenen Weltlage mehr können müsse als bisher. Die neue Militärstrategie soll die Grundlage für die künftige Ausrichtung der deutschen Verteidigungspolitik bilden.



