CDU Brandenburg: „Eierhaus“-Einträge bei Google Maps sorgen für Schmunzeln
Wer in den vergangenen Tagen bei Google Maps nach CDU-Parteibüros in Brandenburg gesucht hat, konnte auf ungewöhnliche Bezeichnungen stoßen. Mehrere Geschäftsstellen der Brandenburger Christdemokraten waren von einer bundesweiten Aktion betroffen, bei der die Einträge im populären Kartendienst mit humorvollen Zusätzen versehen wurden.
„Eierhaus“ und „Schuldenfabrik“ in der Trefferliste
In mindestens sieben Fällen tauchte bei der Suche am Donnerstag der Zusatz „Eierhaus“ auf. Die Landesgeschäftsstelle in Potsdam wurde als „CDU buntes Eierhaus - Landesverband Brandenburg“ geführt. Auch die Kreisverbände Barnim, Cottbus, Potsdam-Mittelmark und Oberspreewald-Lausitz sowie die CDU in Schwarzheide und Spremberg erhielten diesen Beinamen. In Potsdam-Mittelmark war sogar von einem „bunten Eierhaus“ die Rede.
Für den Kreisverband Märkisch-Oderland gab es in der Trefferliste einen ganz anderen Namen: „CDU Schuldenfabrik Kreisverband Märkisch-Oderland“. Die Einträge veränderten sich im Laufe des Tages dynamisch – zeitweise zeigte die Karte nur noch Schwarzheide und den Kreisverband Oberspreewald-Lausitz mit dem „Eierhaus“-Zusatz an.
Gelassene Reaktion der Brandenburger CDU
Brandenburgs CDU-Generalsekretär Julian Brüning nahm die ungewöhnlichen Karteneinträge mit Humor. „Wir nehmen das gelassen“, erklärte er. „Der Eintrag wird korrigiert, und dann geht’s weiter mit der politischen Arbeit. Ein digitaler Scherz ist schnell gemacht – für die echten Herausforderungen in Brandenburg braucht es etwas mehr Substanz.“
Die Partei zeigte sich somit unbeeindruckt von der Aktion und betonte ihren Fokus auf die politische Sacharbeit. Die vorübergehenden Namensänderungen wurden als kurzfristiger Scherz eingestuft, der keine nachhaltigen Auswirkungen auf die Parteiarbeit haben würde.
Bundesweites Phänomen mit unklarem Hintergrund
Diese Form der Umbenennung von Parteibüros im Kartendienst Google Maps trat nicht nur in Brandenburg auf. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete, waren ähnliche Aktionen in verschiedenen Teilen Deutschlands zu beobachten. Betroffen waren neben CDU- auch CSU-Geschäftsstellen.
Die Urheber und genauen Hintergründe der Aktion bleiben zunächst unklar. Medien spekulierten über einen möglichen Zusammenhang mit Protesten junger Menschen gegen die Wehrpflicht. Bei einer Schülerdemonstration gegen die Wehrpflicht Anfang März in Berlin hatte ein 18-Jähriger ein Plakat mit der Aufschrift „Merz leck Eier“ getragen. Die Polizei leitete daraufhin Ermittlungen wegen Verdachts der Verleumdung von Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz ein.
Googles Reaktion auf die manipulierten Einträge
Google erklärte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, man bemühe sich, Google Maps stets aktuell zu halten und Nutzern korrekte Informationen anzuzeigen. Fehlerhafte Einträge könnten über den Feedback-Button gemeldet werden, woraufhin das Unternehmen diese überprüfe und gegebenenfalls korrigiere.
Der Kartendienstbetreiber betonte damit seine Bemühungen um die Datenqualität, während gleichzeitig die einfache Manipulationsmöglichkeit durch Nutzer deutlich wurde. Die Aktion zeigt die Verwundbarkeit digitaler Plattformen gegenüber koordinierten Scherzaktionen, selbst wenn diese nur vorübergehende Auswirkungen haben.



