SPD-Kandidatin in Berlin-Mitte zieht sich nach Vorwürfen über Wahlkampf trotz Krankmeldung zurück
SPD-Kandidatin zieht sich nach Krankmeldungs-Vorwürfen zurück

SPD-Kandidatin in Berlin-Mitte zieht Kandidatur nach Kontroverse zurück

Die umstrittene SPD-Kandidatin für das Bürgermeisteramt im Berliner Bezirk Mitte, Uta Francisco dos Santos, hat ihre Kandidatur für dieses Amt offiziell zurückgezogen. Eine Anwaltskanzlei teilte dies im Namen der Politikerin mit. Der Rückzug erfolgte unmittelbar nach Medienberichten, die Wahlkampfaktivitäten von Francisco dos Santos trotz einer bestehenden Krankmeldung thematisierten.

Partei geht auf Distanz und fordert Transparenz

Der SPD-Kreisverband Berlin-Mitte hatte sich daraufhin deutlich von seiner Kandidatin distanziert. Die Parteispitze kritisierte öffentlich, dass Francisco dos Santos nicht transparent mit dem Thema umgegangen sei und offene Fragen nicht habe klären können. Aus Sicht der Partei war ein Rückzug daher unumgänglich. Jetzt müsse schnell geklärt werden, wer stattdessen für die SPD bei der anstehenden Wahl zum Bezirksbürgermeisteramt antreten werde.

In einer schriftlichen Erklärung begründete die Politikerin ihren Schritt mit einer „medialen Kampagne zu meiner Person“ und dem notwendigen Schutz für ihre Familie sowie ihre eigene Person. Interessant ist dabei, dass der Rückzug ausschließlich für das Amt der Bezirksbürgermeisterin gilt. Francisco dos Santos bleibt weiterhin Kandidatin für die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) in Berlin-Mitte, deren Wahl parallel zur Abgeordnetenhauswahl am 20. September stattfindet.

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Widersprüchliche Aussagen zur Krankmeldung

Die Kandidatin hatte zuvor über ihren Anwalt erklären lassen, sie sei seit längerer Zeit krankgeschrieben. Gleichzeitig betonte sie, ein ärztliches Attest bescheinige, dass ihr ehrenamtliches Engagement – einschließlich ihrer Kandidatur – den Genesungsprozess nicht behindere. Diese widersprüchlichen Aussagen trugen maßgeblich zur entstandenen Kontroverse bei.

Bereits am 20. November war Francisco dos Santos auf Platz eins der SPD-Liste für die Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung in Mitte gesetzt worden. Diese Positionierung machte sie automatisch auch zur Kandidatin für das Amt der Bezirksbürgermeisterin. Die politischen Turbulenzen werfen nun Fragen zur weiteren Strategie der SPD im Bezirk Mitte auf, wo parallel zur Landesparlamentswahl auch die Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen anstehen.

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