ARD-Dokuserie „In höchster Not“: Neue Staffel über die Bergwacht
ARD-Doku „In höchster Not“: Neue Staffel über Bergretter

Die ARD-Dokuserie „In höchster Not – Bergretter im Einsatz“ geht in die zweite Staffel. Ab dem 6. Mai sind die neuen Folgen in der ARD-Mediathek verfügbar, und am 18. Mai werden die ersten beiden Episoden im Ersten ausgestrahlt. Die Serie begleitet die Bergwacht bei ihren Einsätzen in den bayerischen Alpen und zeigt die Herausforderungen und Gefahren, denen sich die Retter täglich stellen.

Hautnah dabei: Bodycams und 360-Grad-Kameras

Die Kameras sind mitten im Geschehen: Die Bergretter tragen Bodycams und Helme mit 360-Grad-Kameras, sodass die Zuschauer direkt in die Einsätze eintauchen können. Neben den Bergwachten aus Ramsau und Grainau ist in dieser Staffel auch die Bergwacht Bad Reichenhall beteiligt. Die acht neuen Folgen decken die ganze Bandbreite alpiner Rettungseinsätze ab, von Stürzen in Gletscherspalten über nächtliche Rettungen im Schneesturm bis hin zur Rettung eines Hundes.

Veränderte Bedingungen durch Klimawandel

Ein zentrales Thema der neuen Staffel sind die veränderten Bedingungen im Gebirge. Unberechenbares Gletschereis und schnelle Wetterumschwünge werden durch die Klimaerwärmung immer häufiger. Die Serie zeigt, wie sich die Retter auf diese neuen Herausforderungen einstellen müssen. „Berge sind keine normierten Räume wie wir sie aus dem Tal oder der Stadt kennen“, mahnt Roland Ampenberger, Sprecher der Bergwacht Bayern.

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Einsatzzahlen steigen deutlich

Die Bergwacht Bayern hatte im vergangenen Jahr über 9.000 Einsätze, fast 1.000 mehr als 2023. Besonders die Sommereinsätze nehmen seit zehn Jahren zu. Die rund 4.000 Retter arbeiten ausschließlich ehrenamtlich. „Ohne sie ginge am Berg nichts“, betont Ampenberger.

Komplexer Einsatz am Höllentalferner

Die erste Folge der neuen Staffel zeigt einen besonders komplexen Einsatz am Höllentalferner, einem der letzten deutschen Gletscher. Ein plötzlich aufziehendes Gewitter mit Blitz, Hagel und Steinschlag bedroht Bergsteiger und Retter. Als der Helikopter nicht mehr fliegen kann, rutscht ein Bergsteiger in eine Gletscherspalte. Am Ende müssen sieben Menschen unter schwierigen Bedingungen gerettet werden.

Selbstüberschätzung und Social-Media-Hype

Immer mehr Menschen zieht es in die Berge, angetrieben durch Tourenbeschreibungen im Internet und auf Social Media. Doch fehlende Kondition und mangelnde Kenntnis alpiner Gefahren führen häufig zu Notfällen. „Vor allem an berühmten Bergen und Klettersteigen führt das Thema Selbstüberschätzung regelmäßig zu Einsätzen“, sagt Ampenberger. Die Bergwacht Grainau, zuständig für die Zugspitze, zählte in der vergangenen Sommersaison 97 Einsätze – ein Drittel mehr als im Vorjahr. „Am Berg gibt es keinen doppelten Boden wie beim Joggen im Stadtpark“, warnt er.

Der Berg ist immer der Chef

Ein Bergretter fasste es in der ersten Staffel treffend zusammen: „Der Berg ist kein Spielzeug und auch kein Fitnessgerät. Heutzutage wird das gern mal ein bisschen vergessen.“ Dennoch rät die Bergwacht zum Notruf, wenn es brenzlig wird. „Es kann immer was passieren, aber genau dafür ist die Bergwacht ja auch da.“

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