Bis zu 40 Zentimeter Neuschnee: Lawinen-Alarm am Feldberg im Schwarzwald
Frischer Neuschnee auf festem Eisschnee – diese Kombination stellt eine äußerst gefährliche Situation dar. Im Schwarzwald ist die Lawinengefahr in den vergangenen Tagen erheblich gestiegen. Besonders betroffen sind die Gebiete rund um den Feldberg, den höchsten Berg des Mittelgebirges.
Gefährliche Nordhänge ab 1300 Metern Höhe
David Hierholzer, Landesleiter der Bergwacht im Schwarzwald, warnt eindringlich: „In den vergangenen Tagen fielen 30 bis 40 Zentimeter Neuschnee auf den harten Untergrund.“ Besonders riskant sind die Nordhänge ab etwa 1300 Meter Höhe. Konkrete Gefahrenbereiche sind:
- Das Zastler Loch
- Die Baldenweger Buck
- Der Nordhang des Herzogenhorns
Doch es gibt auch eine beruhigende Nachricht: Wer auf den ausgewiesenen Wegen bleibt, muss sich keine Sorgen machen. Die offiziellen Routen werden als sicher eingestuft und kontinuierlich überwacht.
Schweiz und Österreich melden kritische Verhältnisse
Die Bergwacht gibt zwar selbst keine offiziellen Lawinenwarnungen heraus, doch Hierholzer schätzt die Gefahr ähnlich ein wie seine Schweizer Kollegen. Der Lawinenwarndienst der Schweiz spricht von „erheblicher Gefahr“ an der Grenze zu Deutschland. In den höheren Schweizer Alpen wird sogar vor einer „großen“ und „sehr großen Gefahr“ gewarnt.
Auch aus Österreich werden kritische Verhältnisse gemeldet. Im westlichsten Teil des Landes herrscht oberhalb von 1800 Metern hohe Lawinengefahr. Der Wetterdienst teilte mit, dass der viele Neuschnee und der vom Wind angehäufte Triebschnee in Vorarlberg und Teilen Tirols leicht als Lawinen abgehen können.
Tödlicher Unfall im Allgäu unterstreicht die Gefahr
Im Allgäu ist die Lage ebenfalls angespannt. Laut dem bayerischen Lawinenwarndienst herrscht dort eine erhebliche bis große Lawinengefahr. Die konkrete Einteilung:
- Unterhalb von 2000 Metern: Gefahrenstufe 3 (erheblich)
- Oberhalb von 2000 Metern: Gefahrenstufe 4 (groß)
Die Skala reicht dabei bis zur höchsten Stufe 5. Die Ernsthaftigkeit der Situation wurde am Montag durch einen tragischen Unfall unterstrichen: Ein 46-jähriger Skitourenläufer verunglückte in den Allgäuer Alpen tödlich. Nach Angaben der Polizei löste der Mann vermutlich selbst die Lawine aus, die ihn verschüttete.
Die Bergwacht und die Lawinenwarndienste appellieren an alle Wintersportler und Wanderer, die aktuellen Warnungen ernst zu nehmen und sich entsprechend zu verhalten. Besonders abseits der gesicherten Pisten und Wege ist größte Vorsicht geboten.



