Größte Schneeballschlacht Deutschlands lockt Hunderte nach München
Der plötzliche Neuschnee in München hat am Freitagnachmittag zu einem ungewöhnlichen Spektakel geführt. Hunderte Menschen folgten einem spontanen Aufruf und lieferten sich auf dem Vorplatz der Alten Pinakothek eine ausgelassene Schneeballschlacht. Laut Polizei nahmen rund 300 Personen an der Aktion teil, die etwa eine halbe Stunde andauerte und als möglicherweise größte Schneeballschlacht Deutschlands gilt.
Spontane Aktion nach Instagram-Aufruf
Ausgelöst wurde die ungewöhnliche Veranstaltung durch einen Nachwuchsschauspieler, der nach dem starken Schneefall in der Nacht zu Freitag ein Video auf Instagram postete. In seinem Beitrag rief er dazu auf, einen Schneemann mit einem Trump-Gummikopf zu bewerfen und versprach die Durchführung bei mindestens tausend Likes. Das Video erhielt schließlich über 31.000 Likes und löste damit die spontane Versammlung aus.
Die Polizei beobachtete das Geschehen mit mehreren Beamten vor Ort, blieb aber weitgehend im Hintergrund. Polizeisprecher Lucas Schulz erklärte: „Wir waren mit Beamten vor Ort, haben die Lage beobachtet.“ Größere Zwischenfälle blieben aus, und die Teilnehmer hatten sichtlich Spaß an der ungewöhnlichen Winteraktivität.
Museum reagiert gelassen auf das Spektakel
Selbst die Alte Pinakothek, vor deren Eingang die Schneeballschlacht stattfand, zeigte sich entspannt. Tine Nehler, Sprecherin der Pinakotheken, sagte: „Wir haben darauf geachtet, dass Besucherinnen und Besucher beim Verlassen der Pinakothek nicht von Schneebällen getroffen werden. Ansonsten fanden wir es lustig.“ Das Museum nahm die ungewöhnliche Veranstaltung somit mit Humor.
Rechtliche Bedenken und Sicherheitshinweise
Das Kreisverwaltungsreferat der Stadt München wies jedoch auf rechtliche Aspekte hin. Für öffentliche Veranstaltung sei grundsätzlich eine Genehmigung notwendig, die in diesem Fall nicht beantragt worden war. Der Initiator wurde daraufhin aufgefordert, den Aufruf zurückzunehmen, und erklärte in sozialen Medien, ihm sei das Ausmaß nicht bewusst gewesen.
Gleichzeitig gab er Sicherheitshinweise an die Teilnehmer weiter:
- Keine Eisbrocken werfen
- Keine Steine in Schneebälle packen
- Nicht auf Köpfe zielen
Die Behörde betonte, dass Veranstalter für mögliche Schäden haften und Kosten für Einsätze von Polizei und Rettungsdiensten entstehen könnten. Ob die nicht genehmigte Schneeballschlacht rechtliche Konsequenzen nach sich zieht, blieb zunächst offen.
Letzte Wintergelegenheit vor milder Wetterphase
Die spontane Aktion könnte die letzte Möglichkeit in diesem Winter gewesen sein, Schneeballschlachten zu genießen. Die Kältewelle ist vorerst vorbei, und das Wetter wird deutlich milder. Bis Montag sollen die Temperaturen in München auf bis zu plus 10 Grad Celsius steigen, was den Schnee schnell schmelzen lassen wird.
Der starke Schneefall in der Nacht zu Freitag hatte sogar Auswirkungen auf den Flugverkehr, doch viele Münchner freuten sich über die unerwartete Winterstimmung. Die spontane Schneeballschlacht zeigte, wie selbstorganisierte Veranstaltungen in sozialen Medien entstehen können – auch wenn sie nicht immer den behördlichen Vorgaben entsprechen.



