Abseits der Zivilisation lockt die idyllische Heidemühle in der Uckermark mit Leckereien. An Wochenenden und Feiertagen läuft dort die Backstube heiß. Wenige Kilometer von Brüssow entfernt, mitten im Wald, empfängt ein kleines Gasthaus seit Jahrhunderten Besucher. Bereits um 1370 wurde auf dem Gelände in der Caselower Heide neben Landwirtschaft auch Gastwirtschaft betrieben. Die Heidemühle ist bis heute ein Treffpunkt für Jung und Alt. Heute sind es nicht mehr Pferdekutschen, sondern Fahrräder, Mopeds und Autos von Einheimischen, die vor dem idyllisch gelegenen Anwesen halten. Die Heidemühle ist der klassische Insidertipp.
Fast in Sichtweite der A20
Sie liegt ziemlich versteckt, fast in Sichtweite der A20, aber genau dort, wo viele glauben, dass der schmale, holprige Weg zu Ende ist. Nur von Fahrenwalde kommend ist die Zufahrt ausgeschildert. Dass die Leute auch 2026 wieder Wochenende für Wochenende hinholpern, liegt vor allem an der jüngsten Tochter des Betreibers und ihrer Begabung. Gina-Marie Kobolla ist eine begnadete Bäckerin. Sie kredenzte den Gästen ihres Vaters auch am vergangenen Wochenende wieder duftenden Bienenstich und leckere Pfirsich-Schmand-Torte. Kuchen nach uraltem Rezept, das mögen die Leute am liebsten, erzählt die Gastwirtstochter.
Familienhilfe in der Saison
Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Justin huscht die 26-Jährige in der Saison samstags, sonntags und an Feiertagen dienstbeflissen zwischen den Tischen der Heidemühle umher – so es ihre Jobs erlauben. Die beiden sind im richtigen Leben im sozialpädagogischen Bereich und bei der Bundeswehr beschäftigt. Das Paar greift dem Chef bereitwillig unter die Arme, wenn es klemmt: In der Familie hilft man sich halt. Sie könne gar nicht anders, als hier herumzuwirtschaften, sagt die Tochter, weil ihr Herz ganz doll an dem kleinen Gasthaus hänge, das schon in der sechsten Generation von der Familie geführt werde. Sie hofft, dass das Wirtshaus auch noch viele weitere Jahre Bestand hat – trotz der Entfernung zur Zivilisation.
Abgeschiedenheit als Reiz
Die fast verwunschen anmutende Abgeschiedenheit mitten im Wald mache doch gerade den Reiz der Location aus, versichern Gäste aus Perleberg. Die Bikergruppe lässt ihre Ausfahrten gern an dem sauberen Teich vor dem Lokal enden, weil man da den Alltag so schön vergessen kann. Auch Radfahrer und Fußgänger scheuen den Weg nicht. Noch zu DDR-Zeiten vergnügten sich vor allem zu Christi Himmelfahrt und an anderen Feiertagen hunderte Menschen hier im Grünen. Gina-Marie Kobolla wagt den Blick in die nahe Zukunft: Am 1. Mai, zu Herrentag und an Pfingsten wird hier gewiss wieder die Hölle los sein. Aber so lieben wir das. Die Teigschüsseln und Backbleche stehen schon bereit, ebenso wie die legendäre Softeismaschine.



