Generalsanierung Berlin-Hamburg: Verzögerungen und neue Baustellen bis 2030
Bahnstrecke Berlin-Hamburg: Sanierung verzögert sich

Generalsanierung der Bahnstrecke Berlin-Hamburg: Verzögerungen und neue Baustellen bis 2030

Eigentlich hätte die fast 300 Kilometer lange Großbaustelle entlang der Bahnstrecke Berlin-Hamburg in der nächsten Woche in die Zielgerade einbiegen sollen. Laut ursprünglichem Plan der Deutschen Bahn war die Generalsanierung der hochfrequentierten Strecke zwischen den beiden größten deutschen Städten zum 30. April vorgesehen. Nach einer neunmonatigen Vollsperrung sollte der Verkehr ab dem 1. Mai wieder normal rollen. Doch die Realität sieht anders aus: Die Bahn hatte den frostigen Winter nicht einkalkuliert. Die Folge: Die Bauarbeiten verzögern sich – erst zum 14. Juni soll nun auf der Strecke wieder der normale Zugalltag einkehren.

Allerdings kündigte die Bahn am Mittwoch überraschend an, dass durch „Bauarbeiten an den Fernbahngleisen zwischen Charlottenburg und Ostbahnhof“ die Taktung zwischen Berlin und Hamburg ab dem 14. Juni „zunächst“ reduziert werde. Konkret bedeutet das: „Dort fahren innerhalb von zwei Stunden drei Verbindungen pro Richtung, eine weniger als normal.“ Was „zunächst“ im Detail bedeutet, konnte die Bahn noch nicht beantworten.

Bereits Anfang der 2030er Jahre wird erneut gesperrt

Eines ist jedoch sicher: Bereits zu Beginn der 30er Jahre wird die Bahnstrecke Berlin-Hamburg erneut zur Baustelle. Pendler und Bahnkunden müssen dann mit massiven Einschränkungen rechnen. Denn die derzeitige monatelange Generalsanierung ist offenbar nur eine abgespeckte Version der Erneuerung. Den Hintergrund räumte die Bahn gegenüber dem Nordkurier in dieser Woche ein: „Ursprünglich war geplant, die Abschnitte zwischen Hamburg-Rothenburgsort und Büchen sowie zwischen Nauen und Berlin-Spandau mit dem europäischen Zugbeeinflussungssystem ETCS auszurüsten. Diese Planung hat die DB im Frühjahr 2025 aufgrund der Erfahrungen aus dem Pilotprojekt Riedbahn angepasst. Auf der Strecke zwischen Frankfurt/Main und Mannheim hat sich im Rahmen der ersten Generalsanierung gezeigt, wie komplex und zeitaufwändig die Abnahme der neuen Technik als Doppelausrüstung mit konventionellen Sicherungssystemen ist“, betonte eine Bahnsprecherin.

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Daher bleiben zwischen Hamburg und Berlin die konventionellen Zugsicherungssysteme PZB (punktförmige Zugbeeinflussung) und LZB (linienförmige Zugbeeinflussung) weiter in Betrieb. Eine Ausrüstung mit ETCS sei in den frühen 2030er-Jahren geplant, wenn auch die Umstellung der auf der Strecke verkehrenden Flotten auf ETCS-fähige Fahrzeuge erfolgen könne. Die Bahnsprecherin versicherte, dass während der seit dem 1. August 2025 laufenden Generalsanierung zwischen Berlin und Hamburg bereits die Stellwerke sowie die Achszähltechnik entlang der Strecke auf den zukünftigen Einsatz von ETCS vorbereitet werden.

Harmonisierung des Bahnverkehrs mit ETCS

Das Zugbeeinflussungssystem European Train Control System (ETCS) ist Teil des European Rail Traffic Management System (ERTMS). Dabei handelt es sich um ein System der EU zur Harmonisierung des europäischen Eisenbahnverkehrs in den Bereichen der Zugbeeinflussung, des Zugfunks und der Verkehrssteuerung. Die Aufgabe liegt primär in der europaweiten Standardisierung der technischen Schnittstellen zwischen Infrastruktur und Fahrzeugen.

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