Deutschlands erster Inklusions-Zoo: Hier leben behinderte Tiere
Erster Inklusions-Zoo: Behinderte Tiere leben hier

In Abensberg in Bayern gibt es einen ganz besonderen Tierpark: den ersten Inklusions-Zoo Deutschlands. Hier leben gesunde Tiere gemeinsam mit Tieren, die eine Behinderung haben. Betreiberin Nicole Hoffmeister (37) erklärt: „Einen Menschen würde man doch auch nicht wegen eines Handicaps töten.“ Der Zoo ist einzigartig und bietet Tieren wie der Ziege Downy oder dem Känguru Eisbär ein Zuhause.

Ziege Downy: Mit Down-Syndrom und Lebenswillen

Downy (5) ist eine kleine Ziege und der Liebling der Kinder. Sie ist sehr kuschelig und lässt sich gern streicheln. Doch ihre Augen sind anders als die der anderen Ziegen. Downy hat eine Genbesonderheit, die ähnliche Auswirkungen hat wie das Down-Syndrom beim Menschen. „In anderen Zoos wäre Downy verfüttert worden“, sagt Hoffmeister. „Dort werden kranke oder nicht so schöne Tiere getötet.“ In ihrem Zoo ist das anders: Downy ist gut integriert und hat sogar ein gesundes Böcklein zur Welt gebracht.

Lama Tammy: Ohne Oberkiefer geboren

Lama Tammy (20) kam ohne Oberkiefer zur Welt, kann aber problemlos fressen. Sie lebt mit ihrem Partner Alfonso zusammen, der ebenfalls behindert ist. Gemeinsam haben sie einen gesunden Sohn namens Tatütata bekommen. „Alfonso und Tammy sind ein Paar“, erzählt Hoffmeister. „Bei der Geburt von Tatütata rasten Polizeiautos vorbei, daher der Name.“

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Känguru Eisbär: Ein Albino mit einer Pfote

Das Albino-Bennett-Känguru Eisbär fehlt die linke Pfote. Trotz ihrer Behinderung hat sie ein gesundes Albino-Junges bekommen, das sie in ihrem Beutel trägt. Eisbär ist ein besonderer Liebling im Zoo.

Schwanendame Billy: Kann nicht mehr fliegen

Schwanendame Billy (5) wurde vor einigen Jahren von einem Auto angefahren. Ihr Flügel ist verkrüppelt, sodass sie nicht mehr fliegen kann. „In Freiheit wäre sie ein leichtes Opfer für jeden Fuchs“, sagt Hoffmeister. „Bei uns sind diese Tiere etwas Besonderes. Sie sind für mich wie eine Familie, jedes hat seine Eigenarten.“

Kein Gnadenhof, sondern eine Arche Noah

Der Vogel- und Tierpark in Abensberg beherbergt rund 200 ausschließlich heimische Tiere, darunter auch drei Adler. Es gibt keine Raubtiere. „Hier gilt das Recht des Stärkeren nicht“, betont Hoffmeister. „Die Tiere können fressen, sich fortpflanzen und behütet weiterleben. Sie sehen eben nur etwas anders aus.“ Der Eintritt für Erwachsene beträgt 6,50 Euro.

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