Landshut beendet kostenlose Hundekotbeutel – Sparmaßnahme trifft Hundehalter
In Landshut müssen Hundehalter künftig selbst für Gassibeutel sorgen, da die Stadt die kostenlosen Hundekot-Beutel abschafft. Diese Entscheidung wurde vom Haushaltsausschuss Ende September getroffen und wird nun umgesetzt, um jährlich rund 5.000 Euro einzusparen. Die roten Gratis-Tüten an den 22 Dog-Stations in der Stadt werden nicht mehr nachgefüllt, und auch die Abholung in Rathäusern entfällt.
Kosten und Hintergründe der Entscheidung
Bisher kostete die Bestellung der Beutel die Verwaltung 5.000 Euro pro Jahr, wobei etwa 380.000 Stück ausgegeben wurden. Die Stadt Landshut teilt mit, dass das Verantwortungsbewusstsein der Hundehalter entscheidend für die Entsorgung sei, nicht die Verfügbarkeit von Stationen. Viele Hundebesitzer kaufen die Tüten bereits selbst in Drogerien ein. In Landshut sind derzeit rund 2.900 Hunde gemeldet, deren Halter nun ohne städtische Unterstützung auskommen müssen.
Hundesteuererhöhung und finanzielle Aspekte
Parallel zur Abschaffung der kostenlosen Beutel hat Landshut die Hundesteuer für 2026 um 20 Prozent erhöht, auf 72 Euro für den ersten Hund. Dies bringt der Stadt jährliche Mehreinnahmen von etwa 37.200 Euro. Die Einnahmen aus der Hundesteuer, die 2025 rund 183.000 Euro betrugen, sind nicht zweckgebunden und können für allgemeine Haushaltszwecke verwendet werden. Die Stadt begründet die Maßnahmen mit der Stabilisierung der finanziellen Lage.
Private Initiativen springen ein – Beispiel Erlangen
In anderen Städten wie Erlangen haben private Initiativen die Lücke gefüllt, nachdem die Kommune ebenfalls die kostenlose Verteilung von Hundekotbeuteln eingestellt hatte. Nina Haas, eine Hundebesitzerin und Geschäftsinhaberin, startete eine Aktion, bei der Privatpersonen und Geschäfte Spender personalisieren und befüllen. Rund 100 Spender in Erlangen wurden so übernommen, wobei 60 bereits vergeben sind. Haas nutzt Lasertechnik, um Logos und Infos auf die Spender zu gravieren, und betont das Engagement für eine saubere Stadt.
Ausblick und Vergleich mit anderen Städten
Die grauen Stationen in Landshut bleiben erhalten und werden weiter entleert, aber ohne Beutel-Nachfüllung. Sponsoren für die Spender wurden nicht in Betracht gezogen, da Personalressourcen für Pflichtaufgaben genutzt werden sollen. In München hingegen gibt es 800 Gassibeutel-Spender, die regelmäßig befüllt werden. Die Entscheidung in Landshut unterstreicht den Trend zu kommunalem Sparen und bürgerlichem Engagement im Umgang mit Hundekot.



