Preissenkung auf historischem Volksfest: Maß wird um 70 Cent günstiger
Eine unerwartete Wendung auf der Nördlinger Mess': Während auf den meisten Volksfesten die Preise kontinuierlich steigen, wird das Bier in diesem Jahr tatsächlich preiswerter. Im größten Festzelt, der Festhalle Bayernland, kostet die Maß Bier 2026 statt der bisherigen 11,20 Euro nur noch 10,50 Euro – eine Reduzierung um stolze 70 Cent.
Festwirt begründet Preissenkung mit Brauereiwechsel
Der Grund für diese ungewöhnliche Preissenkung liegt in einem Wechsel der Biersorte. Statt des bisherigen regionalen Biers der Fürst-Wallerstein-Brauerei wird künftig Augustiner-Bräu aus München ausgeschenkt. Festwirt Peter Schöniger erklärt: „Wir sind fünf Jahre in Nördlingen und wollen den Festgästen ein kleines Dankeschön geben. Da wir von der Fürst-Wallerstein-Brauerei auf die Augustiner-Brauerei wechseln und dadurch andere Konditionen haben, konnten wir den Bierpreis anpassen.“
Tradition versus Preisvorteil: Kontroverse Diskussionen
Doch nicht alle begrüßen diese Veränderung. Die Nördlinger Mess', deren Wurzeln bis ins Jahr 1219 zurückreichen, hat traditionell regionales Bier ausgeschenkt. Der Wechsel zu einer Münchner Brauerei, obwohl ebenfalls bayerisch, sorgt in der Region für kontroverse Diskussionen. Oberbürgermeister David Wittner (parteilos) bestätigt: „Die Entscheidung über die Bierpreise für die kommenden zwei Jahre wurde vom Nördlinger Stadtrat in nicht öffentlicher Sitzung getroffen. Da der Festwirt und das Brauhaus sich nicht mehr grün waren, war eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich.“
Das Volksfest findet vom 6. bis 15. Juni 2026 auf der Kaiserwiese statt und bietet damit im Vergleich zum Münchner Oktoberfest ein echtes Preis-Schnäppchen. Während in Nördlingen die Maß nun 10,50 Euro kostet, lagen die Preise auf dem Oktoberfest im vergangenen Jahr zwischen 14,50 und 15,80 Euro.
Auswirkungen auf die Festkultur
Viele Besucher werden sich über die günstigere Maß freuen – besonders in Zeiten allgemein steigender Lebenshaltungskosten. Doch für Traditionsbewusste stellt sich die Frage, ob der Preisvorteil den Abschied vom regionalen Bier rechtfertigt. Die Diskussion über dieses Spannungsfeld zwischen Tradition und Wirtschaftlichkeit wird in Nördlingen wohl noch länger andauern.
Die Festhalle Bayernland wird das Bier künftig sowohl aus Holzfässern als auch im traditionellen Steinkrug ausschenken, was die authentische Festatmosphäre bewahren soll. Trotz der kontroversen Diskussionen um den Brauereiwechsel bleibt die Nördlinger Mess' damit eines der ältesten und preisgünstigsten Volksfeste Bayerns.



