Warntag in Bayern: So umgehen Sie den lauten Alarm auf Ihrem Smartphone
Warntag Bayern: Trick gegen lauten Handyalarm

Warntag in Bayern: Stille in München trotz landesweitem Probealarm

Am Donnerstag, dem 12. März 2026, findet pünktlich um 11 Uhr der bayernweite Warntag statt. Dabei werden im gesamten Freistaat Sirenen getestet, die mit einem einminütigen auf- und abschwellenden Heulton die Bevölkerung auf mögliche Gefahrenlagen hinweisen sollen. Doch während in den meisten bayerischen Städten und Gemeinden die charakteristischen Warnsignale zu hören sein werden, bleibt es in der Landeshauptstadt München auffällig ruhig.

Warum München keine Sirenen mehr besitzt

Der Grund für die Stille in München ist ebenso einfach wie überraschend: In der bayerischen Metropole gibt es schlichtweg keine Sirenenanlagen mehr. Bereits vor etlichen Jahren wurden diese abgebaut, wie ein Sprecher der Münchner Feuerwehr im Vorfeld früherer Warntage bestätigte. Zwei Hauptgründe führten zu dieser Entscheidung: Zum einen verursachen Sirenen regelmäßige Wartungskosten, um ihre Funktionsfähigkeit im Ernstfall zu gewährleisten. Zum anderen sah man nach dem Ende des Kalten Krieges keine unmittelbare Bedrohung durch kriegerische Auseinandersetzungen mehr - der seit über vier Jahren andauernde russische Angriffskrieg in der Ukraine lag damals noch in weiter Ferne.

Statt in teure Sirenen zu investieren, setzt München heute primär auf moderne digitale Warnsysteme. Die Stadt verlässt sich hauptsächlich auf die Katwarn- und NINA-Apps für Smartphones sowie auf das sogenannte Cell-Broadcast-System.

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Moderne Warnsysteme ersetzen traditionelle Sirenen

In München übernimmt das Modulare Warnsystem (MoWaS) die zentrale Rolle bei Gefahrenmeldungen. "Das System kann über Cell Broadcast - eine Art SMS, die an jedes Handy geschickt wird - und natürlich Warnapps wie Katwarn und NINA alarmieren", erklärte ein Sprecher der Münchner Berufsfeuerwehr.

Das Cell-Broadcast-System funktioniert ähnlich wie Rundfunksignale: Nachrichten werden an alle kompatiblen Geräte gesendet, die sich in einer bestimmten Funkzelle befinden. Die Technologie wurde nach der verheerenden Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Sommer 2021 eingeführt, bei der mehr als 180 Menschen ums Leben kamen. Seit dem 23. Februar 2023 ist das System offiziell im Regelbetrieb.

Ein großer Vorteil von Cell Broadcast: Es muss keine spezielle App installiert werden. Allerdings erreicht das System nicht alle Bürger. Schätzungsweise vier Prozent der Bundesbürger besitzen kein Mobiltelefon, und laut Vodafone sind etwa ein Viertel der Handys technisch nicht in der Lage, die Warnmeldungen zu empfangen.

So umgehen Sie den schrillen Warnton auf Ihrem Handy

Das Cell-Broadcast-System hat eine besondere Eigenschaft: Es lässt Handys auch dann laut schrillen, wenn sie auf stumm geschaltet sind. Wer diesen Warnton umgehen möchte, kann einen einfachen Trick anwenden: Schalten Sie Ihr Smartphone in den Flugmodus. In diesem Zustand bleibt das Gerät stumm und empfängt auch keine Warnnachrichten, da es nicht mit dem Mobilfunknetz verbunden ist. Dies kann besonders praktisch sein, wenn Sie schlafen und nicht gestört werden wollen.

Die drei deutschen Mobilfunknetzbetreiber - Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica (O2) - haben die Cell-Broadcast-Technologie mittlerweile bundesweit implementiert. Vodafone gab an, das System in allen 26.500 Mobilfunkstationen installiert zu haben.

Vielschichtiges Warnsystem für München

Beim bayernweiten Warntag löst das Innenministerium zentral für den gesamten Freistaat die an MoWaS angeschlossenen Warnmittel aus. Neben Cell Broadcast und Warn-Apps können auch Hinweise in Funk und Fernsehen über das System verbreitet werden. Parallel dazu haben kommunale Stellen die Möglichkeit, weitere Warnmittel zu aktivieren.

In München umfasst das mehrstufige Warnsystem:

  • Digitale Infotafeln an S- und U-Bahnhöfen
  • Verteilte Hinweistafeln im gesamten Stadtgebiet
  • Social-Media-Kanäle der Münchner Feuerwehr
  • Im absoluten Ernstfall: Lautsprecherwagen der Feuerwehr

Ein Sprecher des Werbebetreibers Ströer bestätigte: "Die Warnmeldungen werden auch auf unseren digitalen Medien in München ausgespielt."

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Lautsprecherwagen für den Ernstfall

Für den Fall einer echten Gefahrenlage, die über einen Probealarm hinausgeht, hat München noch eine traditionelle Methode parat: Die Feuerwehr fährt mit Lautsprecherwagen durch die Straßen. "Hier gibt es vordefinierte Routen für die Fahrzeuge, die dann natürlich immer den gleichen Text abspielen", so der Feuerwehrsprecher. Diese Methode erinnert an die Anfangszeit des strikten Corona-Lockdowns, als die Feuerwehr ebenfalls mit Lautsprecherwagen durch München fuhr.

Das vielschichtige Warnsystem soll sicherstellen, dass möglichst alle Münchnerinnen und Münchner - mit oder ohne Smartphone - im Ernstfall rechtzeitig gewarnt werden. Während der Warntag am 12. März vor allem der Überprüfung und Sensibilisierung dient, zeigt er auch, wie sich Warnsysteme von traditionellen Sirenen hin zu digitalen Lösungen entwickelt haben.