Ostermarsch in Berlin: 1.600 Menschen demonstrieren für Frieden und gegen Aufrüstung
Berliner Ostermarsch: 1.600 demonstrieren für Frieden

Traditioneller Ostermarsch in Berlin zieht 1.600 Demonstranten an

Am Karsamstag fand in Berlin der traditionelle Ostermarsch statt, bei dem laut Polizeiangaben rund 1.600 Menschen für Frieden und gegen militärische Aufrüstung demonstrierten. Die Veranstaltung verlief weitgehend friedlich, wobei die Beamten zunächst keine Strafanzeigen registrierten, obwohl ein dpa-Reporter beobachtete, dass einige Teilnehmer abgeführt wurden.

Friedenskundgebung mit internationalen Symbolen

Unter dem Motto „Demonstration für Frieden“ versammelten sich die Teilnehmer zunächst zu einer Auftaktkundgebung im Mauerpark im Stadtteil Prenzlauer Berg. Neben der klassischen Friedenstaube auf blauem Grund waren zahlreiche iranische Flaggen zu sehen, ebenso wie einige pro-palästinensische Demonstranten. Die Route führte die Menge anschließend durch mehrere Berliner Straßen, darunter die Bernauer Straße, Granseer Straße, Swinemünder Straße, Kastanienallee, Schönhauser Allee und Eberswalder Straße.

Politische Forderungen der Friedenskoordination

Organisiert wurde der Marsch von der Friedenskoordination Berlin, die in ihren Aufrufen klare politische Positionen vertritt:

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  • Ablehnung jeglicher Aufrüstungspläne für die Bundeswehr
  • Kritik an der Diskussion über eine Wiedereinführung der Wehrpflicht
  • Stopp von Waffenlieferungen an die Ukraine und Israel
  • Warnung vor einem „Feindbild Russland“ trotz der russischen Aggression in der Ukraine

Entlang der Demoroute kam es zu vereinzelten Gegenprotesten, die jedoch den Ablauf nicht wesentlich störten.

Historischer Wandel der Ostermärsche

Die heutigen Ostermärsche sind deutlich kleiner als in ihren Hochzeiten. In den 1980er Jahren gingen bundesweit regelmäßig Hunderttausende auf die Straße, angetrieben von der Angst vor einer nuklearen Eskalation, die ein breites gesellschaftliches Bündnis schuf. Der Friedensforscher Tobias Debiel erklärte gegenüber der „Tagesschau“, dass die Bewegung heute deutlich gealtert sei und ihre Aufrufe oft als zu einseitig wahrgenommen würden.

„Es wird zum Beispiel in vielen Aufrufen nicht explizit benannt, dass Russland die Ukraine überfallen hat, Russland wird nicht als Aggressor benannt“, so Debiel. „Man spricht nur allgemein vom Ukraine-Krieg oder Krieg in der Ukraine oder im Gaza-Krieg wird nur Israel angeprangert, nicht aber die Hamas.“ Diese selektive Darstellung habe dazu geführt, dass die Ostermärsche an Breitenwirkung verloren haben, während ihre Kernforderungen weiterhin von einer engagierten Minderheit vertreten werden.

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