Eisbachwelle in München zurück: Surfer trotzen Verbot
Eisbachwelle zurück: Surfer trotzen Verbot

München – Pünktlich zum sonnigen Wochenende ist sie zurück: Die Eisbachwelle im Englischen Garten läuft wieder. Rund 20 Surfer wagten sich am Samstag auf das Wasser – trotz eines geltenden Surfverbots. Deutschlands berühmteste Flusswelle präsentiert sich jedoch verändert. Surfer berichten, dass die Welle kleiner ist und das Wasser deutlich aufgewühlter wirkt. Wie die Abendzeitung München zuerst meldete, sind die ersten Surfer wieder am Kult-Spot im Eisbach unterwegs. Seit einigen Tagen soll die Welle wieder stehen. Es ist ein ständiges Auf und Ab: Häufig verschwindet sie so plötzlich, wie sie sich aufgebaut hat.

Surfer trotzen dem Verbot

BILD traf am Samstag rund 20 Surfer, die den Sonnenschein nutzten. Nur zwei waren bereit, trotz des Surfverbots mit der Zeitung zu sprechen. Jannik (31), Softwareentwickler aus München, beschreibt: „Die Welle ist nicht mehr so steil wie früher. Es gibt deutlich mehr Weißwasser – den schäumenden Teil der Welle. Dort ist es instabil, man kann keine richtigen Turns fahren. Früher war die Welle komplett grün.“ Er hofft, dass sich die Welle verändert, wenn sich Moos ansetzt und Kies angeschwemmt wird.

Auch Anna (20), Studentin, hat sich aufs Wasser gewagt. Sie sagt: „Ich surfe seit vier oder fünf Jahren, bin aber noch nicht so gut. Mit 45 Kilo bin ich sehr leicht, daher ist es besonders schwer, durch die Welle zu kommen. Mich haut es oft raus.“ Wegen des Surfverbots möchte sie nicht erkannt werden.

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Sperrung nach tödlichem Unfall

Seit dem tödlichen Unfall einer 33-jährigen Surferin vor fast genau einem Jahr ist Anna deutlich vorsichtiger. Die Sicherungsleine der Frau verfing sich damals am Grund. „Ich habe meine Leine nur mit einem Kabelbinder am Knöchel befestigt. Den kann man leicht abreißen, wenn es gefährlich wird“, erklärt Anna.

Eisbachwelle weggebaggert

Wie lange die Welle diesmal hält, ist ungewiss. Seit der Bachauskehr im Oktober 2025 war sie verschwunden. Bagger entfernten Kies, das Wasser floss zu schnell – die Welle brach zusammen. Surfer versuchten danach immer wieder, mit Einbauten nachzuhelfen, mal mit Erfolg, mal ohne. Am Ufer und auf der Brücke sammelten sich Dutzende Schaulustige, die das Surfspektakel verfolgten.

Erst vor Kurzem gelang ein Testlauf mit Strömungsexperten. „Die Welle baute sich nicht nur über die ganze Flussbreite auf, sie war auch wild genug für schönes Flusssurfen“, hieß es. Ein Dutzend Surfer bekamen eine Sondergenehmigung. Dann wurde es wieder ruhig am Eisbach. Die Welle ist auch politisch gewollt: Münchens neuer Oberbürgermeister Dominik Krause (35, Grüne) will die Welle dauerhaft zurück. Sie gehöre zur Identität der Stadt.

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