Die Mitglieder der Stadtvertretung Hagenow haben einen Vorschlag der Deutschen Bahn zum weiteren barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Hagenow-Land abgelehnt. Der Grund: Die Stadt sollte sich an den Kosten beteiligen, sieht dafür aber keine rechtliche Grundlage. „Wir haben unseren Teil der Abmachung erfüllt, jetzt ist auch die Bahn mal dran“, sagte Bürgermeister Thomas Möller in der öffentlichen Sitzung der Stadtvertretung am 23. April 2026.
Jahrelange Diskussion um Barrierefreiheit
Damit geht ein seit Jahren andauernder Prozess in die nächste Runde. Seitdem vor mehreren Jahren der Fahrstuhl aufgrund mehrerer Vandalismus-Vorfälle abgebaut wurde, können Fahrgäste mit Mobilitätseinschränkungen die Bahnsteige und vor allem den Fahrkartenautomaten kaum oder nur über einen langen Umweg erreichen. Immerhin ist der Bahnhof inzwischen mit einem Blinden-Leitsystem ausgestattet worden, sodass Nutzer von Blindenstöcken durch einen geriffelten Leitstreifen spüren, wo der Bahnsteig endet und das Gleisbett beginnt. Dennoch zeigt ein Blick in das Bahnhofsportal der Bahn AG, dass Nutzer von Rollstühlen oder Rollatoren in Hagenow-Land zwar mit einer Überdachung und einem Abfalleimer, nicht aber mit einem Fahrstuhl, einer Rolltreppe oder einer Mobilitätsunterstützung durch Personal rechnen können.
Bisherige Maßnahmen der Stadt
Die Stadt hat in den vergangenen Jahren verschiedene Anstrengungen zum barrierefreien Reisen unternommen, beispielsweise durch den Bau eines befestigten Pendlerparkplatzes, von barrierefreien Durchgängen vom Busbahnhof zum Bahnhofsbereich und die Installation von heller Beleuchtung des Bahnhofbereichs. Diese Investitionen haben die Stadtkasse bereits belastet.
Stadtfinanzen lassen keine Beteiligung zu
Nun hat die Bahn den zusätzlichen Bau einer Rampe angeboten, an der die Stadt sich finanziell beteiligen soll. Darüber haben die Stadtvertreter in der vergangenen Sitzung diskutiert, sich aber letztendlich gegen eine finanzielle Beteiligung der Stadt entschieden. „Die Rampe wäre wünschenswert, aber die Stadtfinanzen lassen es nicht zu, dass wir noch mehr Geld in den Bahnhof investieren“, hieß es. Immerhin sei die Bahn dafür zuständig, auch Reisenden mit Mobilitätseinschränkungen den Zugang zum Bahnhof zu ermöglichen. Damit habe die Stadt letztendlich nichts zu tun, machten verschiedene Stadtvertreter deutlich.



