Brandenburgische Rutschmeisterschaft: Letztes Rennen auf historischen Rutschen
In die Röhre, fertig, los! Dieser Aufruf wird am 18. April in der NaturTherme Templin besonders wörtlich genommen. Denn dort findet die 7. Brandenburgische Rutschmeisterschaft statt – ein Wettbewerb, der nicht nur Spaß verspricht, sondern auch historische Bedeutung hat. Die Veranstaltung markiert das letzte große Rennen auf den bisherigen Rutschen, die Ende August abgebaut und durch moderne Attraktionen ersetzt werden.
Wettkampf mit Tradition und Zukunft
Die NaturTherme Templin ist bereits zum siebten Mal Austragungsort dieses besonderen Wettbewerbs. „Weil hier die Bedingungen dafür stimmen“, erklärt Jörg Krüger vom Deutschen Rennrutschverband. Dieser Verband organisiert seit 2015 bundesweit etwa 25 regionale Wettkämpfe mit dem Ziel, möglichst viele Bäder einzubinden. Die Templiner Veranstaltung gehört zu den etablierten Terminen im Rennrutsch-Kalender.
So läuft die Meisterschaft ab
Thermengeschäftsführer Markus Nengel erläutert den Ablauf: „Ab 13 Uhr kann man sich direkt vor Ort anmelden. Die Wettbewerbe laufen von 14 bis 18 Uhr. Jeder Teilnehmer absolviert drei Durchgänge auf der 100 Meter langen Rutsche.“ Dabei geht es darum, die Strecke in möglichst kurzer Zeit zu bewältigen. Der langsamste Durchgang wird gestrichen, aus den beiden anderen wird der Durchschnittswert ermittelt.
Mitmachen kann jeder Gast, der Eintritt für die Therme gezahlt hat. Es gibt drei Wertungsklassen: Kinder von 8 bis 15 Jahren, Damen und Herren. Besonders spannend: Sechs Profis haben ihre Teilnahme bereits angemeldet, darunter auch Jörg Krüger selbst. Der zweifache Titelverteidiger entdeckte 2019 bei der brandenburgischen Meisterschaft in Templin seine Leidenschaft für diese Nischensportart. „Drei Wochen später war ich bei der Deutschen Meisterschaft dabei“, erinnert er sich.
Besondere Atmosphäre und attraktive Preise
Thermen-Mitarbeiterin Kerstin Hahn weiß aus Erfahrung: „Viele Gäste entscheiden sich erfahrungsgemäß spontan mitzumachen.“ Die Veranstaltung hat sich zu einem beliebten Event entwickelt, das regelmäßig Besucher anlockt. Für die Gewinner warten Pokale, alle Kinder erhalten Medaillen. Die jeweils zeitschnellsten Teilnehmer qualifizieren sich zudem für das Finale des 9. Deutschland-Cup im Rennrutschen, das im Vitamar in Bad Lauterberg im Harz stattfindet.
Abschied von den alten Rutschen
Die diesjährige Meisterschaft hat besondere historische Bedeutung, wie Jörg Krüger betont: „Die Ergebnisse gehen auf jeden Fall in die Geschichte dieses Wettbewerbs ein.“ Denn beide Rutschen in der Therme werden Ende August abgebaut. Nach sieben Jahren Dienstzeit machen sie Platz für neue, moderne Attraktionen.
Zukunft mit innovativen Rutschen
Markus Nengel verrät den Zeitplan für die Erneuerung: „Die Teile werden Ende April oder Anfang Mai angeliefert. Im Sommer werden die Fundamente aufgearbeitet und vergrößert, Mitte Oktober gehen die beiden neuen Rutschen dann in Betrieb.“ Die neuen Attraktionen werden die Therme bereichern: „Jede Rutsche bietet drei verschiedene Erlebniswelten. Hinzu kommen weitere Attraktionen.“
Der Thermengeschäftsführer macht neugierig, ohne zu viel zu verraten: „Fest steht, im Umkreis von 200 Kilometern gibt es solche Rutschen nicht.“ Die Investition in die neuen Rutschen unterstreicht die Bedeutung der Therme als regionales Freizeitzentrum und zeigt, wie Tradition und Innovation in Templin Hand in Hand gehen.
Die 7. Brandenburgische Rutschmeisterschaft wird somit zu einem besonderen Ereignis – ein letztes großes Rennen auf vertrauten Bahnen und gleichzeitig ein Vorgeschmack auf die kommenden Attraktionen. Für Teilnehmer und Zuschauer bietet sich die Gelegenheit, Sport, Spaß und ein Stück Regionalgeschichte zu erleben.



