Schüsse vor Supermarkt: Angeklagte schweigen zu Prozessbeginn
Schüsse vor Supermarkt: Angeklagte schweigen

Sechs Monate nach den Schüssen auf einen 45-jährigen Mann vor einem Supermarkt in Berlin-Mariendorf haben die beiden Angeklagten zu Prozessbeginn vor dem Landgericht Berlin geschwiegen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen versuchten Mord vor. Bei dem Angriff habe es sich um eine sogenannte Strafaktion gehandelt, die im Zusammenhang mit vermeintlichen Schulden eines Geschäftsmannes gestanden habe.

Hintergrund der Tat

Die Angeklagten, ein 21- und ein 24-jähriger Mann, sollen sich am 22. Oktober 2025 mit weiteren Komplizen auf dem Parkplatz eines Supermarktes im Stadtteil Mariendorf mit dem Opfer und dessen Sohn verabredet haben. Bereits am Vortag seien Vater und Sohn als Familienangehörige des angeblichen Schuldners bedroht worden. Die aus der Türkei stammenden Angeklagten hätten verlangt, den Aufenthaltsort des türkischen Geschäftsmannes zu nennen, was jedoch erfolglos blieb.

Staatsanwaltschaft: Zahlungsdruck aufbauen

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass ein bislang unbekannter Auftraggeber die Eintreibung der Schulden angeordnet hatte. Bei dem Treffen auf dem Parkplatz hätten die Angeklagten und ein Mittäter beschlossen, Schüsse abzugeben – „im Rahmen einer Strafaktion und um Zahlungsdruck auf den Schuldner auszuüben“, heißt es in der Anklageschrift. Gegen 20:30 Uhr seien die mutmaßlichen Angreifer eingetroffen und hätten unvermittelt das Feuer auf den 45-Jährigen eröffnet. Drei Kugeln trafen ihn, zwei davon in den Oberkörper. In der Annahme, er sei tödlich verletzt, flohen die Täter. Das Opfer konnte jedoch durch eine Operation gerettet werden.

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Zeugenaussage: 22 Projektile aus drei Waffen

Ein Polizeibeamter sagte als erster Zeuge aus, dass auf dem Parkplatz und an einer angrenzenden Bushaltestelle insgesamt 22 Projektile sichergestellt worden seien. „Sie stammten aus drei verschiedenen Waffen“, erklärte der Beamte. Knapp zwei Wochen nach der Tat wurde der 24-jährige Angeklagte festgenommen. Der 21-Jährige war Anfang Dezember zunächst aufgrund anderer Vorwürfe inhaftiert worden. Der Prozess ist mit weiteren 13 Verhandlungstagen bis zum 28. Juli terminiert.

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