Zehn Spielfilme kämpfen um den „Fliegenden Ochsen“ beim Filmkunstfest MV
Zehn Spielfilme im Wettbewerb um den Fliegenden Ochsen

Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern: Zehn Spielfilme im Wettbewerb um den „Fliegenden Ochsen“

Zehn Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum konkurrieren beim 35. Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern um insgesamt sieben Preise. Das Festival findet in Schwerin statt und lockt mit einem vielfältigen Programm. Der renommierteste Preis ist der „Fliegende Ochse“, der in verschiedenen Kategorien vergeben wird. Besonders spannend ist der Wettbewerb um den Publikumspreis, der von der Nordkurier Mediengruppe gestiftet wird.

„Staatsschutz“ von Faraz Shariat: Berlinale-Gewinner im Rennen

Einer der vielversprechendsten Filme ist „Staatsschutz“ von Regisseur Faraz Shariat. Der Film handelt von der jungen Staatsanwältin Seyo Kim, die rechter Gewalt in Ostdeutschland entgegentritt. Nachdem sie selbst einen rassistischen Anschlag überlebt, ermittelt sie entgegen der Weisung ihrer Behörde in eigener Sache. Sie bringt einen Täter vor Gericht, doch der Prozess offenbart, dass der Staat rechte Gewalt verharmlost und mitunter deckt. „Staatsschutz“ räumte auf der diesjährigen Berlinale drei Preise ab: den Heiner-Carow-Preis, den Cicae Art Cinema Award und den Panorama Publikumspreis.

„Der Heimatlose“: Ein Debütfilm mit Jury-Award

Ein weiterer starker Kandidat ist „Der Heimatlose“ von Kai Stänicke, der auf der Berlinale mit dem Jury-Award ausgezeichnet wurde. Der Debütfilm spielt im Jahr 1900: Hein kehrt nach 14 Jahren auf dem Festland in sein Heimatdorf auf einer Nordseeinsel zurück. Doch niemand erkennt ihn wieder, nicht einmal sein Kindheitsfreund Friedemann. Ein Dorfgericht soll Klarheit schaffen, doch die Ungereimtheiten häufen sich, und die Stimmung kippt in offene Feindseligkeit.

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„Gropiusstadt Supernova“: Vom Max-Ophüls-Festival ausgezeichnet

Jan Voits Drama „Gropiusstadt Supernova“ wurde beim Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken als „Bester Spielfilm“ ausgezeichnet. Der Film erzählt von Luan, dessen Welt am letzten Tag des Jahres zusammenzubrechen droht. Seine Freundin Stella wird an einer Schauspielschule in New York angenommen, und sein Bruder Tarik erhält einen Abschiebebescheid. Luan plagen bizarre Albträume, während er versucht, Lösungen zu finden. Ein Ophüls-Preis hatte schon oft weitere Auszeichnungen im Gefolge, wie zuletzt bei „Ich sterbe. Kommst du?“ des Schweriner Regisseurs Benjamin Kramme.

Drei Deutschlandpremieren im Wettbewerb

„Becaària“: Eine Schweizer Komödie über das Erwachsenwerden

Die Schweizer Komödie „Becaària“ von Erik Bernasconi feiert ihre Deutschlandpremiere in Schwerin. Der Film basiert auf dem Jugendroman von Giorgio Genetelli und porträtiert das Erwachsenwerden in den 1970er-Jahren in einem Tessiner Dorf. Der 16-jährige Mario wird von seinen Eltern dorthin geschickt, um sich zu sortieren. Bei einer Bauernfamilie lernt er nicht nur zu arbeiten, sondern auch über das Leben, die Liebe und sich selbst.

„Hallo Betty“: Die Erfinderin von Betty Bossi

Pierre Bonnarts Film „Hallo Betty“ erzählt die wahre Geschichte der Werbetexterin Emmi Creola, die in den 1950er-Jahren die fiktive Figur Betty Bossi erschafft. Trotz Widerständen wird Betty zum Erfolg, doch Emmi gerät zwischen beruflichem Erfolg und privaten Ansprüchen unter Druck, da weiterhin Männer die Regeln vorgeben.

„The Stories“: Eine Brieffreundschaft über Grenzen hinweg

Das Drama „The Stories“ von Abu Bakr Shawky spielt im Sommer 1967. Der junge Ägypter Ahmed beginnt eine Brieffreundschaft mit der Wienerin Liz. Trotz politischer Spannungen und gesellschaftlicher Umbrüche verbindet sie eine starke Korrespondenz, die alle Wirrungen des Weltgeschehens überdauert.

Vampirkomödie und Historiendrama

„Die Blutgräfin“: Mit Isabelle Huppert und Birgit Minichmayr

Ulrike Oettingers Vampirkomödie „Die Blutgräfin“ ist hochkarätig besetzt. Isabelle Huppert und Birgit Minichmayr spielen die Hauptrollen. Die Gräfin taucht Jahrzehnte nach ihrem Verschwinden in Wien wieder auf und sucht mit ihrer Dienerin ein Buch, das alle Vampire vernichten kann. Ein Vegetarier-Vampir und ein Psychotherapeut helfen ihnen, während Vampirforscher und ein Polizeiinspektor ihnen auf den Fersen sind.

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„Eine Schule für Jane Cumming“: Wahre Geschichte aus dem 19. Jahrhundert

Sophie Heldmanns Historiendrama basiert auf der wahren Geschichte von Jane Pirie und Marianne Woods, die im Edinburgh des frühen 19. Jahrhunderts eine Mädchenschule gründen. Als eine reiche Adlige ihre Enkelin aus Indien einschult, wird diese ausgegrenzt, freundet sich aber mit den Lehrerinnen an. Nach einer Zurückweisung erhebt die Enkelin falsche Vorwürfe, die die Existenz der Lehrerinnen bedrohen.

Dramen um Freundschaft und Arbeitswelt

„Our Girls“: Ein Unfall zerstört die Freundschaft zweier Familien

Mike van Diems Film „Our Girls“ zeigt zwei niederländische Familien, die gemeinsam Sommerferien in den Alpen verbringen. Nach einem Quad-Unfall liegt ein Mädchen im Koma, das andere fühlt sich seltsam müde. Die Freundschaft der Eltern gerät außer Kontrolle.

„Ich verstehe Ihren Unmut“: Konflikte im Niedriglohnsektor

Killian Armando Friedrichs Drama handelt von Heike, einer Objektleiterin in einem Reinigungsunternehmen. Als sie einen Arbeiter eines Subunternehmers abwerben will, verstößt sie gegen Vorschriften. Der Subunternehmer droht mit Kündigung, wenn Heike nicht mehr Arbeitsstunden zusichert. Sie muss einen Mitarbeiter entlassen und zerreibt sich zwischen Verantwortung und Arbeitsbedingungen.

Mitmachen: Publikumspreis wählen

Der Publikumspreis ist mit 3000 Euro dotiert und wird von der Nordkurier Mediengruppe gestiftet. Festivalbesucher können ihre Eintrittskarte in die Abstimmungskästen vor den Kinos einwerfen. Unter allen Teilnehmern werden zwei Übernachtungen für zwei Personen inklusive Frühstück und Spa-Nutzung im Schloss Hotel Fleesensee verlost. Die Verlosung findet unmittelbar vor der Preisverleihung am 9. Mai statt.