Die umstrittene Garnisonkirche in Potsdam erhält für ihre Turmhaube mehrere tonnenschwere Säulen aus Edelstahl. Die 24 Säulen bilden die Unterkonstruktion der rund 27 Meter hohen Turmspitze und sollen später mit Holz verschalt und mit Kupferblech umhüllt werden. Darüber hinaus wird eine drehbare Wetterfahne angebracht, die den äußeren Abschluss des Kirchenbaus markiert.
Hintergrund des Wiederaufbaus
Die ursprüngliche Militärkirche aus dem Jahr 1735 brannte im Zweiten Weltkrieg aus und ihre Überreste wurden 1968 gesprengt. Der Wiederaufbau der Garnisonkirche war aufgrund ihrer dunklen Vergangenheit jahrelang umstritten. Im März 1933 reichte Reichspräsident Paul von Hindenburg am sogenannten „Tag von Potsdam“ dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler vor der Kirche die Hand. Dieses Ereignis machte die Kirche zu einem Symbol der Verbindung von Preußentum und Nationalsozialismus.
Technische Details und Materialien
Die komplette Haube inklusive der Stahlsäulen wiegt etwa 60 Tonnen. Im Gegensatz zum historischen Vorbild, bei dem die Säulen aus Eichenstämmen gefertigt wurden, kommen heute moderne statische Erkenntnisse und Materialien zum Einsatz. Hagen Mehmel von der Baudenkmalpflege Potsdam erklärte, dass die damalige Bauweise stark an den Schiffbau erinnerte.
Finanzierung und Zeitplan
Das Bauprojekt kostet über drei Millionen Euro. Etwa ein Zehntel der Summe wird von der Fördergesellschaft beigesteuert, der Rest stammt aus Spenden – darunter viele Kleinspenden und ein Großspender – sowie aus Fördermitteln des Bundes. Der Turm der Kirche wurde bereits 2024 eröffnet. Ursprünglich sollte der Bau der Haube unmittelbar danach beginnen, doch eine Klage im Ausschreibungsverfahren führte zu einer Verzögerung von etwa einem Jahr. Peter Leinemann, Verwaltungsvorstand der Stiftung Garnisonkirche, erklärte, dass die Haube bis zum Frühjahr 2027 fertiggestellt und dann auf den Turm aufgesetzt werden soll.



