Anklam: Wassermassen nach Tauwetter kontrolliert - Eisschollen bleiben Gefahr
Anklam: Wassermassen kontrolliert, Eisschollen bedrohlich

Anklam: Wassermassen nach Tauwetter kontrolliert - Eisschollen bleiben Gefahr

Tagelange Pumpeinsätze der Feuerwehren in Vorpommern haben während des jüngsten Tauwetters und Regens Grundstücke und Gehöfte erfolgreich geschützt. Größere Schäden durch Überschwemmungen blieben in Anklam und dem Umland nördlich und südlich der Peene bisher aus. Dennoch stellt sich die Frage: Wo sind die Wassermassen geblieben? Die Gewässer der Region sind teilweise bis zum Rand gefüllt, selbst kleine Gräben verwandelten sich in reißende Fließgewässer.

Schöpfwerke arbeiten unter Volllast

Der Wasser- und Bodenverband „Untere Peene“ beobachtet die Situation genau. Geschäftsführer Jens Uhthoff war diese Woche in zahlreichen Orten unterwegs. Am Dienstag entspannte sich die Lage zunächst, wie Uhthoff berichtet. Selbst der Mühlgraben und der Stegenbach mit ihren Zuläufen zeigten langsam sinkende, wenn auch weiterhin sehr hohe Wasserstände. Der niedrige Stand der Außengewässer erleichtert den Abfluss in Haff und Peene, erklärt der Fachmann. Alle Schöpfwerke funktionieren und arbeiten derzeit unter Volllast.

Klar ist jedoch, dass die intensiven Pumpeinsätze der vergangenen Tage nicht folgenlos bleiben. „Wir haben jetzt erkannt, wo dringender Handlungsbedarf besteht und Verbesserungen notwendig sind“, sagt Uhthoff. Er betont, dass oft nicht die Gewässer des Verbandes über die Ufer traten, sondern vereiste Ackerflächen, die Tauwasser und Regen nicht aufnehmen konnten. An anderen Stellen waren private Gewässer und Gräben für den Durchlauf unzureichend.

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Notwendige Rohrerneuerungen in Pelsin und Krusenkrien

In Pelsin trat ein Graben der Stadt Anklam über die Ufer und überflutete mehrere Gehöfte. Dieses Problem hatte sich laut Uhthoff bereits zwei Wochen zuvor angekündigt, doch kurzfristige bauliche Maßnahmen waren nicht mehr möglich. Der Wasser- und Bodenverband konnte jedoch den eigenen anschließenden Graben rechtzeitig pflegen und so die Ableitung verbessern.

Der Verband setzt bereits diese Woche Bagger in Krusenkrien ein, wo Feuerwehr und ein Bagger eines Agrarunternehmens zur Grundstücksrettung im Einsatz waren. „Der Baggereinsatz hat die Anwohner letztlich vor Schlimmerem bewahrt“, schätzt Uhthoff ein. Ein aufgebaggerter alter Schacht half beim Abfluss. Nun plant der WBV:

  • Erneuerung der Rohrleitung
  • Anlage neuer Kontrollschächte
  • Biber-sichere Gestaltung des Gewässers

Der Nager hatte nämlich dazu beigetragen, dass die Ableitung zwischen Graben und Rohr nicht mehr richtig funktionierte.

Weiterhin kritische Situation in Bugewitz

In Bugewitz herrscht weiterhin eine besondere Lage: Das Wasser in den Gräben steht teilweise bis zur Deichkrone hoch. Hier greifen Schutzmaßnahmen, die in den Vorjahren verbaut wurden. Der zulaufende Graben L80 entwässert über Rohrleitungen in Polderflächen, und ein Staubauwerk trägt zum Schutz Bugewitz' bei.

Dennoch bleibt eine Gefahr bestehen, wie Jens Uhthoff und Amtswehrführer Rico Scheffler betonen: Dicke Eisschollen treiben noch auf den Gräben. „Wenn diese sich aufstauen und den Durchfluss blockieren, sind wir nahezu chancenlos“, warnt Uhthoff deutlich. Daher kann von Entspannung noch keine Rede sein.

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