Autobahn 14 in Mecklenburg-Vorpommern: Ausbau verzögert sich um Jahre
Die Bundesregierung hat die dringend benötigte Erneuerung des ältesten Teilstücks der Autobahn 14 in Mecklenburg-Vorpommern auf die lange Bank geschoben. Nach aktuellen Angaben wird der vollständige Ausbau des Abschnitts zwischen dem Kreuz Schwerin und der Anschlussstelle Schwerin-Ost voraussichtlich nicht vor dem Jahr 2040 realisiert. Ronald Normann, Chef der Nordost-Niederlassung der bundeseigenen Autobahngesellschaft, bestätigte, dass der Planungsbeginn um mindestens zwei Jahre verschoben wurde.
Komplexe Verfahren und Kapazitätsprobleme bremsen den Fortschritt
Normann erklärte, dass ein sehr aufwendiges Baurechtsverfahren bevorstehe, da es sich um eine neue Autobahn handle und zusätzliche Flächen versiegelt werden müssten. Umfangreiche ökologische Gutachten seien erforderlich, was die Planungsphase erheblich verlängere. Ursprünglich war der Ausbau inklusive Standstreifen bereits im Jahr 2022 angekündigt worden, doch das Projekt wurde von der Zeit eingeholt. Dringende Erhaltungsarbeiten an der maroden Autobahn 24 haben Kapazitäten gebunden, die eigentlich für die A14 vorgesehen waren.
Auf der A24 seien mehr Reparaturen notwendig geworden als erwartet, was zu Verzögerungen führte. In diesem Jahr allein werden im Mecklenburg-Vorpommern-Abschnitt vier Brücken erneuert, darunter zwei Eisenbahnbrücken nahe Neu Zachun und Lüblow, für die zunächst Behelfsbrücken bis zum Sommer errichtet werden. In den vergangenen Jahren mussten bereits kilometerlange Teilstücke der A24 saniert werden, was die Ressourcen stark beanspruchte.
Historischer Hintergrund und aktuelle Herausforderungen
Die Autobahn 14 wurde Anfang der 1980er-Jahre neu gebaut, wobei ein etwa 20 Kilometer langes, teilweise nur einspurig befahrenes Teilstück in Höhe Schwerin endete. Ein Weiterbau Richtung Wismar war zu DDR-Zeiten aus Kostengründen eingestellt worden. Erst in den 1990er-Jahren wurden die Verkehrsplanungen wieder vorangetrieben. Drei Jahrzehnte später erwog der Bund den Vollausbau mit Standstreifen, doch die Umsetzung gestaltet sich schwierig.
Ein besonderes Problem stellt die marode Störbrücke nahe Plate dar. Obwohl die Brücke nicht abgeschrieben sei, seien die Planungen noch nicht im Griff, sodass ein Ersatzneubau in diesem Jahr nicht möglich ist. Um den Verkehr aufrechtzuerhalten, wird bis Jahresende eine Behelfsbrücke errichtet, für die Investitionen von sieben Millionen Euro vorgesehen sind. Ursprünglich war ein Ersatzneubau bereits für 2024 geplant.
Brückensanierung als Schwerpunkt in den kommenden Jahren
Die Autobahnaußenstelle im Nordosten steht vor erheblichen Herausforderungen: Es gibt derzeit nur eine halbe Stelle für die Brückenplanung, und neues Personal ist schwer zu finden. Allein in Mecklenburg-Vorpommern müssen etwa 70 marode Autobahnbrücken in den nächsten Jahren saniert oder ersetzt werden. In der gesamten Region, einschließlich Brandenburg und Berlin, sind es knapp 150 Brücken, die nicht mehr ausreichend tragfähig sind.
Normann kündigte an, dass der Brückenbau in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt werden wird, mit dem Bau von fünf Brücken allein in diesem Jahr in Mecklenburg-Vorpommern. Die Baukapazitäten sollen hochgefahren werden, um nicht ganze Autobahnen aus dem Verkehr nehmen zu müssen. Dennoch bleibt die Situation angespannt, da das alte Teilstück der A14 vom Kreuz an der A24 bis Schwerin-Ost weiterhin ein Problemfall bleibt, mit häufigen Sperrungen und Erneuerungen in den vergangenen Jahren.



