Autobahn-Baustellen in MV 2026: 33 Kilometer Erneuerung, Staus auf A24 und A20 programmiert
Schwerin • Lesedauer: 6 min
Pendler und Reisende in Mecklenburg-Vorpommern müssen sich 2026 auf erhebliche Verkehrsbehinderungen einstellen. Die bundeseigene Autobahngesellschaft hat in Güstrow den Baukalender für das Jahr vorgestellt, der zwölf größere Baustellen auf den Autobahnen des Landes umfasst. Insgesamt sollen 33 Kilometer Strecke erneuert werden, wofür 76 Millionen Euro bereitgestellt werden – das sind 24 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.
Staugefahr auf der wichtigen Nord-Süd-Trasse A24
Besonders betroffen ist die A24 zwischen Hamburg und Berlin, eine der meistbefahrenen Autobahnen in MV mit bis zu 29.000 Fahrzeugen täglich. Auf dem etwa 90 Kilometer langen Abschnitt in Mecklenburg-Vorpommern werden fünf Baustellen eingerichtet. Vier neue Brücken sollen zwischen Suckow und Valluhn-Gallin gebaut werden, darunter die Überfahrt nahe Dodow, die bis November erneuert wird. Zwischen Zarrentin und Wittenburg folgt ab März eine weitere Brückenerneuerung. Die Gesamtkosten für den Brückenbau auf dieser Strecke belaufen sich auf 16,5 Millionen Euro.
Ronald Normann, Chef der Autobahn-Niederlassung Nordost, warnt: „Auf der A24 muss in diesem Jahr mit den meisten Verkehrsbehinderungen gerechnet werden.“ Die Bauarbeiten haben bereits begonnen, beispielsweise an den Überführungen nahe Neu Zachun und Lüblow, wo der Verkehr sich jeweils auf einer Spur vorbeiquälen muss. Diese Maßnahmen sollen zunächst bis September dauern, doch der Neubau der Bahnbrücken wird noch länger in Anspruch nehmen.
Brücken als Schwerpunkt: 70 Bauwerke mit eingeschränkter Tragfähigkeit
Der Brückenbau stellt einen zentralen Fokus der Bauarbeiten in Mecklenburg-Vorpommern dar. Normann betont, dass im Land etwa 70 Brücken existieren, deren Tragfähigkeit eingeschränkt ist. Dies unterstreicht die Dringlichkeit der Sanierungsmaßnahmen, die in den kommenden Jahren fortgesetzt werden sollen.
Küstenautobahn A20: Umfangreiche Arbeiten auf 33 Kilometern
Auch auf der A20, der wichtigen Urlauberautobahn des Landes, stehen umfangreiche Bauarbeiten an. Die Straßenbauer planen, vor und nach der Ferienreisezeit auf insgesamt etwa 33 Kilometern in vier Abschnitten Baustellen einzurichten. Bis Juli sollen auf mehr als acht Kilometern zwischen dem Kreuz Rostock und der Anschlussstelle Sanitz für 7,8 Millionen Euro Arbeiten durchgeführt werden. Weitere Projekte umfassen Abschnitte zwischen Neukloster und Kröpelin sowie zwischen Dummerstorf und Sanitz.
Das größte Einzelprojekt des Jahres findet zwischen den Anschlussstellen Neubrandenburg-Nord und Neubrandenburg-Ost statt: Hier dauern die Bauarbeiten von September 2026 bis November 2027 und kosten 20 Millionen Euro. Normann erklärt, dass die A20 ein Sorgenkind im Schnellstraßennetz sei: „Wir hängen mit der Erneuerung heillos hinterher.“ In den vergangenen vier Jahren wurde bereits mehr als ein Drittel der etwa 280 Kilometer langen Autobahn in MV saniert.
Weitere Bauprojekte auf A19 und A14
Auf der A19 beginnen im November Arbeiten an einer Brücke über die Autobahn bei Prisannewitz, die ein Jahr dauern und 4,2 Millionen Euro kosten sollen. Zudem wird die Brücke über das Flüsschen Nebel bei Linstow verstärkt, um sie für den Schwerlastverkehr fit zu machen – Kosten: 2,7 Millionen Euro.
Auf der A14 ist in diesem Jahr lediglich der Bau einer Behelfsbrücke über den Störkanal nahe Plate geplant, die bis Oktober 2027 errichtet werden soll. Ein Neubau dieser maroden Brücke steht vorerst nicht auf dem Plan.
Folgen des strengen Winters: Viele Schlaglöcher und Geschwindigkeitsbegrenzungen
Die lange Frostperiode mit sehr tiefen Temperaturen hat zusätzliche Herausforderungen geschaffen. Normann erwartet viele Asphalt- und Betonaufbrüche sowie Schlaglöcher, die in den kommenden Monaten behoben werden müssen. Auf der A19 Richtung Rostock wird daher in den nächsten Tagen die Geschwindigkeit zwischen der Landesgrenze Brandenburg und Röbel möglicherweise auf bis zu 60 Kilometer pro Stunde begrenzt.
Insgesamt markiert das Baujahr 2026 eine signifikante Steigerung der Investitionen im Vergleich zum Vorjahr, als nur neun größere Projekte umgesetzt wurden. Nach den Haushaltsproblemen nach der Bundestagswahl steht nun wieder mehr Geld zur Verfügung, um das 578 Kilometer lange Schnellstraßennetz in Mecklenburg-Vorpommern zu sanieren und instand zu setzen.



