Umweltminister warnt eindringlich vor tödlichen Gefahren an Rügens Steilküsten
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat eine dringende Warnung vor den lebensbedrohlichen Gefahren an den Steilküsten des Bundeslandes ausgesprochen. Der Minister appelliert mit Nachdruck an Einheimische und Touristen, die Risiken ernst zu nehmen und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen strikt zu beachten.
Konkreter Vorfall unterstreicht die Dringlichkeit der Warnung
Erst am vergangenen Sonntagabend kam es zu einem gefährlichen Zwischenfall bei den berühmten Kreidefelsen auf der Insel Rügen. Zwei Wanderer im Alter von 38 und 34 Jahren sanken im tückischen Kreideschlamm ein, wie die Seenotretter der Station Sassnitz der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) berichteten. Obwohl sich das Paar letztlich selbst befreien konnte, erlitten beide leichte Verletzungen und Unterkühlung.
Dieser Vorfall unterstreicht die akute Gefahr, die von den Steilküsten ausgeht. „Gerade jetzt, wo viele Menschen die freien Tage für Ausflüge in die Natur nutzen, bitte ich eindringlich um Vorsicht“, erklärte Minister Backhaus. „Die Steilküsten sind faszinierend, aber sie bergen erhebliche Gefahren – insbesondere nach Abbrüchen.“
Lebensgefahr durch Kreideschlamm und weitere Abbrüche
Das Umweltministerium erläutert die spezifischen Risiken: Wenn Kreidefelsen abbrechen, wird das Kreidematerial durch das Meerwasser aufgeweicht und bildet einen extrem tückischen Kreideschlamm. Dieser kann dazu führen, dass Menschen darin einsinken und sich aus eigener Kraft kaum oder gar nicht befreien können.
Hinzu kommt die ständige Gefahr weiterer Abbrüche. Das Ministerium betont mit aller Deutlichkeit: Ein Aufenthalt unterhalb der Kreidefelsen ist lebensgefährlich. Rettungseinsätze an diesen schwer zugänglichen Küstenabschnitten sind oft äußerst aufwendig und gefährlich für die Einsatzkräfte.
Besucher ignorieren häufig Warnungen und Absperrungen
Trotz der klaren Gefahrenlage kommt es leider immer wieder vor, dass Menschen gesperrte oder gefährdete Bereiche betreten. Die Motive sind vielfältig:
- Fossiliensammeln in unmittelbarer Nähe von Abbruchstellen
- Das Erleben der spektakulären Abbruchkanten aus nächster Nähe
- Riskante Fotoaufnahmen an gefährlichen Positionen
Jede vermeidbare Notsituation stellt nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für die Rettungskräfte ein erhebliches Risiko dar.
So verhalten Sie sich sicher an Steilküsten
Das Umweltministerium gibt konkrete Verhaltensempfehlungen für einen sicheren Aufenthalt an den Küsten:
- Halten Sie stets ausreichend Abstand zu Steilküsten und Abbruchkanten
- Beachten Sie unbedingt alle Absperrungen und Warnhinweise
- Meiden Sie Uferbereiche unterhalb von Kreidefelsen komplett
- Nähern Sie sich nicht riskanten Stellen – auch nicht für Fotos oder besondere Erlebnisse
- Informieren Sie sich vor Ihrem Besuch über aktuelle Gefahrenhinweise
Minister Backhaus abschließend: „Die Schönheit unserer Küstenlandschaften soll für alle ein sicheres Erlebnis bleiben. Dazu ist die Einhaltung dieser einfachen, aber lebenswichtigen Regeln unerlässlich.“



