Tauwetter und Regen: Überflutungen in Mecklenburg-Vorpommern fordern Feuerwehr und THW
Überflutungen in MV: Einsätze nach Tauwetter und Regen

Wassermassen nach Tauwetter: Einsatzkräfte in Mecklenburg-Vorpommern im Dauereinsatz

Nach dem Eis kommt das Wasser – dieses Motto bewahrheitete sich in den vergangenen Tagen in Mecklenburg-Vorpommern eindrucksvoll. Tauwetter, anhaltender Regen und teils noch gefrorene Böden führten zu zahlreichen Überflutungen, die Feuerwehren und das Technische Hilfswerk (THW) in einen anstrengenden Dauereinsatz zwangen. Straßen mussten gesperrt, Keller ausgepumpt und kritische Infrastruktur geschützt werden.

Bentwisch bei Rostock: Verstopfter Durchlauf unter Bahndamm als Problemursache

Ein besonders kritischer Schwerpunkt entwickelte sich in Bentwisch bei Rostock. Dort konnte Wasser aufgrund eines verstopften Durchlaufs unter einem Bahndamm nicht ordnungsgemäß abfließen. Ortswehrführer Maik Kuhlmann schilderte die Situation: „Wassergräben traten über ihre Ufer, Straßen mussten gesperrt werden.“ Die Einsatzkräfte versuchten zunächst, den Ablauf freizubekommen – sogar mit Baggereinsatz. Als dies nicht den gewünschten Erfolg brachte, pumpten sie das Wasser schließlich über den Bahndamm.

Zeitweise stand das Wasser laut Kuhlmann 1,50 Meter höher als im Normalzustand. In eine benachbarte Tischlerei war bereits Wasser eingedrungen, das Gebäude konnte jedoch mit Sandsäcken geschützt werden. Das nahegelegene Umspannwerk blieb glücklicherweise unversehrt. Die örtliche Feuerwehr war bereits das gesamte Wochenende wegen Überschwemmungen im Einsatz gewesen.

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Landesweite Lage: Zahlreiche Einsätze, aber Entspannung in Sicht

Ähnliche Meldungen kamen aus verschiedenen Landesteilen. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald waren am Montagnachmittag noch etwa 15 Einsätze wegen Wasserschäden und Regenfolgen aktiv. Ein Sprecher betonte jedoch, dass das Geschehen im Vergleich zum Vortag merklich abgenommen habe.

Die Stralsunder Regionalstelle des THW, zuständig für die Landkreise Vorpommern-Rügen, Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte, meldete am Montagnachmittag noch sieben offene Einsatzstellen. „Die Lage entspannt sich“, lautete die Einschätzung eines Sprechers. Die Anzahl der Einsätze sei rückläufig.

Verstärkung von außerhalb: Kräfte aus Hamburg und Lübeck im Einsatz

Die Dimension der Überflutungen war so groß, dass die eigenen Kräfte in Mecklenburg-Vorpommern zeitweise nicht ausreichten. Am Wochenende musste daher Verstärkung von jenseits der Landesgrenze angefordert werden. Einsatzkräfte aus Hamburg, Lübeck und Ratzeburg unterstützten bei der Bewältigung überfluteter Fahrbahnen und vollgelaufener Keller. Diese zusätzlichen Helfer sind inzwischen wieder auf dem Rückweg in ihre Heimatregionen.

Gefrorene Böden als zusätzlicher Faktor

Ein besonderes Problem stellten die teilweise noch gefrorenen Böden dar. Diese verhinderten, dass das Schmelz- und Regenwasser natürlich versickern konnte. Stattdessen sammelte es sich an der Oberfläche und suchte sich seinen Weg durch Straßen, Grundstücke und Gebäude. Diese meteorologische Konstellation aus Tauwetter, Niederschlag und Bodenfrost schuf die perfekten Bedingungen für die flächendeckenden Überflutungen.

Während die akute Gefahr in vielen Regionen nun gebannt scheint, bleiben die Aufräumarbeiten und Schadensbegutachtungen eine Herausforderung für die kommenden Tage. Die Einsatzkräfte bleiben weiter in Bereitschaft, falls weitere Niederschläge oder unerwartete Entwicklungen eintreten sollten.

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