Ex-Weltrekordlerin Birgit Waniorek als Frau des Jahres 2026 in Mecklenburg-Vorpommern geehrt
Birgit Waniorek ist Frau des Jahres 2026 in Mecklenburg-Vorpommern

Ex-Weltrekordlerin erhält hohe Auszeichnung für ehrenamtliches Engagement

Am 6. März 2026 erlebte Birgit Waniorek einen besonderen Tag: Morgens noch als Urlauberin in Athen aufgewacht, wurde sie abends in der Rostocker Hochschule für Musik und Theater als „Frau des Jahres 2026 in Mecklenburg-Vorpommern“ gefeiert. Die 53-Jährige hatte ihren Rückflug aus dem Urlaub vorgezogen, um an der feierlichen Verleihung teilnehmen zu können.

Vom Urlaub direkt zur Preisverleihung

„Wir hatten den Städteurlaub lange geplant, als die Nachricht kam, dass ich auf dem Frauentagsempfang der Landesregierung ausgezeichnet werden sollte“, erklärt die gebürtige Schleswig-Holsteinerin, die seit 2004 im Norden lebt. Nach anfänglicher Unsicherheit über die Gründe für diese Ehre entschied sie sich, zwei Tage vor ihrem Mann nach Deutschland zurückzufliegen: „Ich wollte schon dabeisein, schließlich gibt es kaum eine bessere Gelegenheit, all das öffentlich zu platzieren, was mir wichtig ist.“

Vielfältiges Engagement im Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz

Justiz- und Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt würdigte in ihrer Laudatio die vielfältigen Verdienste der Preisträgerin: „Birgit Waniorek lebt das Ehrenamt. Beim ASB Regionalverband Süd-West-Mecklenburg bildet sie Sanitäterinnen und Sanitäter aus und setzt sich besonders dafür ein, mehr Frauen für das Ehrenamt und für Leitungspositionen im Rettungsdienst und Katastrophenschutz zu motivieren.“

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Die Ministerin betonte weiter: „Frauen wie Birgit Waniorek haben den besonderen Blick und achten darauf, dass die Einsatzkräfte die psychosoziale Gesundheit und Selbstfürsorge pflegen. Sie hat eine besondere Gabe, Frauen selbst für den Umgang mit technischen Geräten wie Kettensägen zu begeistern.“

Weltrekord und unkonventionelle Methoden

Birgit Waniorek ist bekannt für ihre unkonventionellen Methoden, Aufmerksamkeit für wichtige Themen zu erzeugen. Im September 2024 organisierte sie auf dem Boizenburger Marktplatz einen Weltrekordversuch, bei dem 251 Teilnehmer ganze 50 Stunden lang eine Herz-Lungen-Wiederbelebung an einer Puppe durchführten. Damit stellten sie einen Weltrekord in der Kategorie „Längste Reanimation (Staffel)“ auf.

„Mittlerweile gibt es zwar neue Rekordhalter, aber in Boizenburg und Umgebung wissen seither viele Menschen, dass sie keine Angst davor haben müssen, bei einem Herzstillstand Erste Hilfe zu leisten – und das ist doch das eigentlich Wichtige“, erklärt die ehemalige Weltrekordlerin.

Förderung von Frauen in Führungspositionen

Ein besonderes Anliegen ist Birgit Waniorek die Förderung von Frauen in Führungspositionen. „Dass sie in Führungspositionen noch immer in der Minderheit sind, rege ich maßlos auf“, sagt sie. Manchmal schicke sie ihren drei Töchtern Fotos mit lauter Männerbeinen und schreibe dazu: „Schaut mal, wie wir wieder versagt haben, die einzige Frau außer mir in der Runde ist die, die das Protokoll schreibt.“

Schuld daran seien nicht die Frauen selbst, betont sie: „Sie werden überhaupt nicht in Betracht gezogen, wenn Positionen neu zu besetzen sind. Wenn ich höre, dass eine Feuerwehr händeringend Führungskräfte sucht, geht mir die Hutschnur hoch, denn da gibt es genug Frauen, die das könnten. Sie haben nur keine Vorbilder.“

Vielseitige Interessen und weitere Projekte

Neben ihrem beruflichen und ehrenamtlichen Engagement absolviert die 53-Jährige derzeit ein Fernstudium der Gesundheitspädagogik und zusammen mit ihrem Mann eine FAST-Ausbildung (First Assistance Samaritan Team), die sie für Einsätze in Katastrophenfällen im Ausland qualifizieren soll.

Ein besonderes Hobby verbindet sie mit ihrer künstlerischen Ader: Mit der Motorkettensäge gestaltet sie Holzskulpturen. „Auch davon möchte ich gern andere begeistern – auf einem Aktionstag im Sommer nur für Frauen“, verrät sie.

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Birgit Waniorek lebt mit ihrer Familie im Vellahner Ortsteil Neu Banzin, in einem Haus, das erst im vergangenen Jahr vom Nabu als schwalbenfreundlich ausgezeichnet wurde. Trotz ihres vollen Terminkalenders sieht sie ihre Auszeichnung als Frau des Jahres als Chance: „Das zu ändern, ist eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft – aber ich habe es mir auch selbst zur Aufgabe gemacht, gerade in den kommenden Monaten, in denen ich als ‚Frau des Jahres‘ besonders im Licht der Öffentlichkeit stehe.“