Das Großprojekt zur Entlastung der Verkehrsinfrastruktur rund um die Ostseeinsel Usedom wird deutlich teurer und später fertig als ursprünglich geplant. Wie das Straßenbauamt Neustrelitz am Freitagabend mitteilte, wird eine Bietergemeinschaft um das Schweizer Unternehmen Implenia das Bauwerk errichten. Der vorgelegte Bauzeitenplan sieht eine Fertigstellung der Ortsumgehung Wolgast Ende 2029 vor – deutlich später als zunächst avisiert.
Hintergrund des Projekts
Bereits im Herbst 2025 war das Millionenprojekt ein großes Politikum. Erst ein nächtliches Telefongespräch zwischen Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sicherte damals finanzielle Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur. Die neue Brücke über die Peene soll die angespannte Verkehrssituation auf der Zufahrtsroute zur beliebten Urlaubsinsel entschärfen.
Aktueller Baufortschritt
Derzeit werden Schwimmbagger eingesetzt, um den Peenegrund an den künftigen Pfeilerstandorten von Schlick zu befreien. Parallel beginnen an Land die Vorbereitungen für die ersten Bohrungen der landseitigen Pfeiler. Das Baukonzept der Bietergemeinschaft setzt laut Straßenbauamt auf möglichst kalkulierbare und risikoarme Abläufe.
Die Behörde räumte ein, dass zu Beginn der Planungen ein früherer Fertigstellungstermin avisiert worden war. Als Gründe für die Verzögerung nannte sie einen schwierigen Baugrund, ein verlängertes Vergabeverfahren aufgrund einer Klage vor dem Oberlandesgericht Rostock sowie Anpassungen im Bauablauf zugunsten stabiler und weniger störanfälliger Verfahren.
Kostenexplosion
Die Auftragssumme für das Brückenbauwerk beträgt 421 Millionen Euro. Die Gesamtkosten für die Ortsumgehung Wolgast belaufen sich damit auf rund 500 Millionen Euro – fast das Vierfache der ursprünglich veranschlagten 138 Millionen Euro.
Technische Details der Brücke
Die geplante Brücke über die Peene wird eine acht Meter breite, zweispurige Fahrbahn auf einer Gesamtlänge von etwa 1,4 Kilometern erhalten. Mit einer lichten Höhe von 42 Metern über dem Peenestrom und bis zu 70 Meter hohen Pylonen können Schiffe die Peene künftig ohne Brückenöffnungen passieren. Dadurch sollen sowohl Verkehrsstaus auf dem Festland als auch auf der Insel Usedom deutlich reduziert werden.



