Bundesregierung unterstützt deutsche Werften mit Bürgschaftsprogramm
Die deutsche Schiffbauindustrie erhält eine wichtige finanzielle Stütze von der Bundesregierung. Wie der Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft, Christoph Ploß (CDU), während eines Besuchs der Werft Blohm+Voss in Hamburg bekannt gab, können Werften nun Bürgschaften aus einem speziellen Großbürgschaftsprogramm des Bundes beantragen. Diese Entscheidung soll helfen, Großaufträge im Schiffbau zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Werften zu stärken.
Finanzierungslücke bei Großprojekten
Hintergrund der Maßnahme ist die besondere Finanzierungssituation im Schiffbau. Werften müssen den Bau von Schiffen häufig vorfinanzieren, was bei Aufträgen im dreistelligen Millionen- oder sogar Milliardenbereich erhebliche finanzielle Belastungen mit sich bringt. Christoph Ploß betonte: „Können deutsche Werften Aufträge nicht finanzieren, gehen diese verloren.“ Erschwerend kommt hinzu, dass seit der Schifffahrtskrise weniger Banken bereit sind, Werften Kredite für solche Großprojekte zu gewähren.
Details zum Bürgschaftsprogramm
Das Bundeswirtschafts- und das Bundesfinanzministerium haben beschlossen, den Schiffbau in das sogenannte Großbürgschaftsprogramm aufzunehmen. Werften können einen Antrag stellen, wenn sie eine Bürgschaft von mindestens 20 Millionen Euro benötigen. Der Bund und die beteiligten Bundesländer sichern dabei bis zu 80 Prozent der Bürgschaft ab. Das bedeutet, dass sie einspringen müssen, wenn eine Werft geliehenes Geld an eine Bank nicht zurückzahlen kann.
Ursprünglich beschränkte sich das Großbürgschaftsprogramm auf Unternehmen in strukturschwachen Regionen, wurde aber im Laufe der Zeit erweitert. Landespolitiker und Wirtschaftsvertreter hatten sich über Jahre hinweg für die Aufnahme des Schiffbaus in dieses Programm eingesetzt.
Besuch bei Blohm+Voss in Hamburg
Christoph Ploß befindet sich derzeit auf einer Reise zum Thema Sicherheitspolitik durch Norddeutschland. In Hamburg besuchte er die Werft Blohm+Voss, die mittlerweile zum Rüstungskonzern Rheinmetall gehört. Bis Freitag sind weitere Besuche in Kiel, Cuxhaven und Wilhelmshaven geplant. Die Entscheidung zur Aufnahme des Schiffbaus in das Bürgschaftsprogramm wurde zuerst von der „Welt am Sonntag“ berichtet und stellt einen wichtigen Schritt zur Stärkung der maritimen Wirtschaft in Deutschland dar.



