DDR-Oldtimer trotzen Winter: IFA-Wintertreffen in Jürgenstorf lockt mit W 50 und Picco-Dumper
DDR-Oldtimer trotzen Winter: IFA-Treffen in Jürgenstorf

DDR-Oldtimer trotzen Winter: IFA-Wintertreffen in Jürgenstorf lockt mit W 50 und Picco-Dumper

Der Winter zeigte am Sonnabend noch einmal seine letzten eisigen Zähne, doch das hielt dutzende DDR-Fahrzeugklassiker nicht davon ab, zum achten IFA-Wintertreffen nach Jürgenstorf bei Stavenhagen zu rollen. Der Oldtimer-Club des Dorfes hatte eingeladen, und trotz widriger Bedingungen fanden sich etwa 50 historische Fahrzeuge ein, die sonst eher selten im Straßenbild zu sehen sind.

Winterliche Herausforderungen für die Oldtimer

Schnee und Eis waren am Veranstaltungstag noch nicht vollständig abgetaut, was die Organisatoren dazu bewog, die geplante Ausfahrt durch die Region ausfallen zu lassen. Jörg Steingraf, der Chef des Clubs, zeigte sich dennoch erfreut über die rege Teilnahme. „Dass heute trotz des Wetters etwa 50 Fahrzeuge gekommen sind, freut uns natürlich ganz besonders“, sagte er. Allerdings warnten die Experten vor der Lauge vom Winterdienst, die für die empfindlichen Radkästen und Unterböden der Oldtimer schädlich sein kann. Steingraf empfahl den Besitzern, ihre Schätze nach der Veranstaltung umgehend zu reinigen.

IFA: Das Erbe der DDR-Fahrzeugindustrie

IFA, der Industrieverband Fahrzeugbau, war das zentrale Kombinat für die Fahrzeugproduktion in der DDR. Zu seinem Portfolio gehörten nicht nur legendäre Pkw wie Trabant und Wartburg oder das Simson-Moped, sondern auch robuste Nutzfahrzeuge wie der W 50-Lkw. Diese Vielfalt war beim Treffen in Jürgenstorf eindrucksvoll zu bestaunen.

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Besondere Exponate: Vom W 50 bis zum Picco-Dumper

Ein Highlight der Veranstaltung waren drei W 50-Lkw, die dem Unternehmer Jürgen Rahn aus Weitin gehören. Alle drei Fahrzeuge sind noch immer im Einsatz, beispielsweise als Abschleppfahrzeuge, obwohl Rahns Transportdienst ansonsten auf moderne Fahrzeuge setzt. „Sie sind zuverlässig und haben Charakter“, erklärte Rahn den anhaltenden Charme dieser DDR-Legenden.

Noch kurioser war der Auftritt von Eberhard Schulz aus Zettemin, der seinen Picco 1-Dumper präsentierte. Dieser dreirädrige Vorderkipper aus DDR-Produktion, im Volksmund liebevoll „Dreikantfeile“ genannt, entging knapp der Verschrottung nach der Wende. „Vollbeladen mit Holz oder Kies kommt man damit überallhin“, schwärmte Schulz. Für die Straßenzulassung hat er Blinklichter und eine Warnblinkanlage nachgerüstet, sodass der Dumper sogar eine TÜV-Plakette trägt. Trotz des kalten Winters sprang das Gefährt am Sonnabend problemlos an. „Es macht wirklich immer noch Spaß, damit unterwegs zu sein“, so der begeisterte Besitzer.

Fachsimpeln und Staunen trotz ausgefallener Ausfahrt

Obwohl die geplante Ausfahrt aus Sicherheitsgründen entfiel, bot das Treffen den Fans der IFA-Fahrzeuge reichlich Gelegenheit zum Fachsimpeln und Bewundern. Die Atmosphäre war geprägt von Nostalgie und Leidenschaft für ein Stück deutscher Automobilgeschichte. Die Veranstaltung unterstrich, dass diese Oldtimer nicht nur museale Exponate sind, sondern teilweise noch immer ihren Dienst im Alltag verrichten.

Das IFA-Wintertreffen in Jürgenstorf hat sich damit erneut als feste Größe für Oldtimer-Enthusiasten etabliert, die die Erinnerung an die DDR-Fahrzeugkultur lebendig halten. Trotz winterlicher Widrigkeiten bewiesen die Teilnehmer, dass Leidenschaft und historisches Interesse stärker sind als Eis und Schnee.

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