DDR-Schächte schützen Groß Nemerow vor Überschwemmungen durch Tauwetter
DDR-Schächte schützen vor Überschwemmungen in Groß Nemerow

DDR-Schächte bewahren Groß Nemerow vor Überschwemmungen

In der Region zwischen Neubrandenburg und Neustrelitz sorgt ein historisches Bauwerk aus DDR-Zeiten für effektiven Schutz vor Überschwemmungen. Während das Tauwetter in anderen Gebieten zuletzt für Hochwasser sorgte, blieb die Gemeinde Groß Nemerow dank unterirdischer Schächte unter den Ackerflächen verschont.

Ein bewährtes System aus vergangener Zeit

Claus Regel, Jäger und Einwohner aus Klein Nemerow, erklärt im Gespräch mit dem Nordkurier: „Die Schächte sind noch aus DDR-Zeiten und verhindern, dass das Schmelzwasser hektarweise in Richtung Groß Nemerow fließt.“ Ohne diese Anlage würde das Wasser ungehindert auf die Bundesstraße 96 und in die Ortschaft strömen.

Die Schächte leiten das Tauwasser kontrolliert ab und schützen so die rund 1.100 Einwohner der Gemeinde. Regel bedauert jedoch, dass viele Bewohner nichts von diesem System wissen: „Das interessiert die meisten Leute überhaupt nicht, weil es dank der Schächte keine großen Schäden im Ort gegeben hat.“

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Erinnerungen an vergangene Hochwasser

Bürgermeister Martin Lembke, der auch Truppführer bei der Feuerwehr ist, erinnert sich an das verheerende Hochwasser im Jahr 2011: „Da hatten wir richtig Probleme in Groß Nemerow. Grundstücke wurden überflutet, Barrieren aus Sandsäcken aufgebaut, Straßen gesperrt.“ Kräfte von Feuerwehr und THW mussten damals tagelang Wasser aus dem Ort pumpen.

Nach diesem Ereignis wurden die Rohrleitungen vergrößert, was bis heute zum Überflutungsschutz beiträgt. Durch eine spezielle Klappe kann der Wasserfluss nun besser gesteuert werden. Lembke erklärt die besondere Gefährdung der Gemeinde: „Groß Nemerow und Klein Nemerow liegen an einem geografisch sehr tiefen Punkt, was sie besonders anfällig für Überschwemmungen macht.“

Aktuelle Herausforderungen und Wünsche

Die Wartung und Verbesserung des Systems ist ein komplexer Prozess. Lembke betont: „Das Ganze durchzuführen, ist ein längerer Prozess, da mit allen Anliegern gesprochen werden muss.“ Wichtige Absprachen zwischen Gemeinde, Wasser- und Bodenverband sowie Landwirten sind für das Funktionieren des Systems entscheidend.

Claus Regel hat einen weiteren Wunsch: Auf einigen Wegen in Richtung Klein Nemerow sammelt sich bei bestimmten Wetterlagen Wasser, das sich dann unkontrolliert in Richtung des Ortes bewegt. Der Jäger hat bereits selbst mehrere Dämme gebaut, um dies zu verhindern, wünscht sich aber auch behördliche Baumaßnahmen für eine dauerhafte Lösung.

Während die Schächte aus DDR-Zeiten weiterhin ihren Dienst tun, zeigt sich, dass historische Infrastruktur auch heute noch wertvolle Dienste leisten kann. Die Kombination aus altbewährter Technik und modernen Anpassungen schützt die Gemeinde vor den Folgen des Tauwetters und bewahrt sie vor den verheerenden Auswirkungen von Überschwemmungen.

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