Neue Katastrophenschutzhalle für das DRK in Teterow
Der DRK-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern verstärkt seine Vorsorge für Notfälle und Katastrophen mit einem bedeutenden Bauprojekt in Teterow. Auf dem Gelände am Bergring, gegenüber dem bestehenden Bildungszentrum, wird aktuell eine spezielle Katastrophenschutzhalle errichtet. Die Bauarbeiten sollen bereits in diesem Monat mit den Fundamenten beginnen, sofern die Witterungsbedingungen es zulassen.
Details zum Bauvorhaben und geplanter Nutzung
Die neue Halle wird eine Fläche von rund 700 Quadratmetern umfassen und etwa sechs Meter hoch sein. Geplant sind neben dem Lagerbereich auch ein kleines Büro mit Einbauküche sowie separate Sanitärbereiche mit Duschen. Die Baugenehmigung lag bereits Ende des vergangenen Jahres vor, nachdem im Winter die alten Baracken an dieser Stelle abgerissen worden waren.
Ursprünglich waren an diesem Standort ein Jugendgästehaus und Seminarräume vorgesehen, doch diese Pläne aus dem Jahr 2021 wurden verworfen. Brita Ristau-Grzebelko, Leiterin des DRK-Bildungszentrums, begründete dies mit stark gestiegenen Baukosten und der Möglichkeit, Kurse vermehrt online zu organisieren.
Ausstattung und Lagerkapazitäten
In der Halle sind Hochregale mit insgesamt 200 Palettenstellplätzen vorgesehen. Dort soll künftig wichtige Ausrüstung für Katastrophensituationen gelagert werden, darunter:
- Decken und Feldbetten
- Zelte und Notunterkünfte
- Weitere spezielle Ausrüstungsgegenstände
Derzeit befindet sich dieses Material noch in einer Halle in Güstrow. Eingesetzt wird die Ausstattung beispielsweise bei Waldbränden, Sandstürmen oder Evakuierungen im Zusammenhang mit Bombenentschärfungen. Andreas Mattern, der Projektleiter, geht davon aus, dass der Bau bis Ende des Jahres abgeschlossen sein wird.
Besondere Nutzung im Winter und historischer Hintergrund
In den Wintermonaten soll die Halle zusätzlich Technik der Wasserrettung beherbergen, wie Bootsanhänger und Quads. Aus Sicherheitsgründen macht der Landesverband zu weiteren Details keine Angaben. Mattern betont, dass der Bau eine langfristige Sicherung des DRK-Standorts Teterow darstellt.
Das Areal am Rande des Bergrings hat eine bewegte Geschichte. In den 1930er Jahren stand dort lediglich eine überdachte Tribüne mit Gastwirtschaft, die später zu einer Motorsportschule umgebaut wurde. Ab 1958 nutzte der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund (FDGB) das Gebäude für Schulungen.
Rund 20 Jahre später wurde das Gelände für die Öffentlichkeit komplett abgeriegelt und stand unter Aufsicht der Staatssicherheit. Hier waren südafrikanische Kämpfer des ANC (African National Congress) einquartiert. Nach der Wende wurde aus dem Haus ein Alten- und Pflegeheim, bevor das DRK es 1996 übernahm und zum heutigen Bildungszentrum umgestaltete.
Der Denkmalschutz spielte bei den aktuellen Planungen ebenfalls eine Rolle. Das Gebäudeensemble mit Wärterhäuschen und angrenzendem Wohnblock steht unter Schutz, während die alten Baracken davon ausgenommen waren. Dies erleichterte nach Angaben von Projektleiter Mattern den Bau der neuen Katastrophenschutzhalle erheblich.



