Feuerwehr-Affäre erreicht neue Eskalationsstufe: Kreiswehrführer suspendiert
In der anhaltenden Feuerwehr-Affäre um den Kreis- und Friedländer Stadtwehrführer Stephan Drews hat sich die Situation dramatisch zugespitzt. Landrat Thomas Müller (CDU) der Mecklenburgischen Seenplatte hat den Feuerwehrmann mit sofortiger Wirkung von seinen Dienstgeschäften suspendiert. Diese drastische Maßnahme erfolgte nur einen Tag, nachdem der frühere Kreisbrandmeister Norbert Rieger angekündigt hatte, auf der anstehenden Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbands die Abwahl Drews' zu beantragen.
Umfassendes Dienstverbot durch Landrat verfügt
In einer am Freitag bekannt gewordenen Verfügung vom 19. März untersagte Landrat Müller dem Kreiswehrführer nicht nur die Weiterführung seiner Dienstgeschäfte, sondern erließ ein umfassendes Verbot. „Ich habe Stephan Drews ein Verbot zur Führung der Dienstgeschäfte in seiner Funktion als Kreiswehrführer ausgesprochen“, erklärte der Landrat in einem Schreiben. Die Verfügung beinhaltet neben dem Führungsverbot explizit das Tragen der Dienstkleidung und Ausrüstung, die Nutzung des Dienstfahrzeugs, den Aufenthalt in Diensträumen sowie die Führung dienstlicher Ausweise und Abzeichen.
Müller begründete seinen Schritt mit der Notwendigkeit, „eine dienst- und disziplinarrechtliche Prüfung des mir am 18. März übermittelten Sachverhaltes vornehmen zu können“. Parallel prüfe er die Einleitung eines formellen Disziplinarverfahrens. Trotz der Suspendierung bleibt Stephan Drews weiterhin Ehrenbeamter.
Zusammenhang mit Polizeieinsatz bestätigt
Obwohl der Landrat Details zu dem am 18. März übermittelten Sachverhalt weitgehend offenließ, bestätigte er auf Nachfrage des Nordkuriers, dass seine Entscheidung in direktem Zusammenhang mit einem Polizeieinsatz steht, der sich auf Stephan Drews bezieht. Die Pressestelle der Polizeiinspektion Neubrandenburg war am Freitagabend für weitere Nachfragen nicht erreichbar, was die Spekulationen über die genauen Hintergründe weiter anheizt.
Konflikte seit Dezember und bevorstehende Delegiertenversammlung
Die aktuelle Suspendierung markiert den vorläufigen Höhepunkt einer bereits seit Dezember schwelenden Fehde zwischen Friedlands Bürgermeister Frank Nieswandt (Die Linke) und Stadtwehrführer Stephan Drews. Der Bürgermeister hatte den Feuerwehrmann mehrfach von seinem Dienst als Stadtwehrführer suspendiert, doch Gerichte und die Kreisverwaltung hatten diese Maßnahmen zunächst als haltlos eingestuft.
Nun trifft sich am Sonnabend, dem 21. März, die Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbands in Bollewick. Norbert Rieger, der 2020 vom Amt des Kreisbrandmeisters zurückgetreten war, hat seine Teilnahme angekündigt und will dort den Abwahlantrag stellen. Auch Landrat Thomas Müller wird vor Ort sein. Ob der suspendierte Kreiswehrführer Stephan Drews an der Versammlung teilnehmen wird, bleibt ungewiss – der Friedländer Feuerwehrmann war am Freitag für telefonische Nachfragen nicht erreichbar.
Beide Ämter, sowohl das des Kreiswehrführers als auch das des Stadtwehrführers von Friedland, sind Ehrenämter, was die politische Dimension des Konflikts zusätzlich unterstreicht. Die Entwicklung zeigt, wie sich lokale Feuerwehrstreitigkeiten zu einer regionalpolitischen Affäre mit disziplinarrechtlichen Konsequenzen ausweiten können.



