Gedenkveranstaltung in Neubrandenburg erinnert an die Opfer des Konzentrationslagers Ravensbrück
In Neubrandenburg fanden anlässlich des Internationalen Frauentages zwei bedeutende Gedenkveranstaltungen statt. Die zentrale Veranstaltung wurde von der Fraueninitiative Neubrandenburg organisiert und zog zahlreiche Gäste aus der Vier-Tore-Stadt an.
50. Gedenken am Frauenehrenmal in der Oststadt
Zum mittlerweile 50. Mal versammelten sich am 8. März Menschen am Frauenehrenmal in der Neubrandenburger Oststadt, um der Opfer des Konzentrationslagers Ravensbrück zu gedenken. Viele Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung der Fraueninitiative Neubrandenburg und nahmen an der bewegenden Zeremonie teil.
Unter den Teilnehmenden befand sich auch Oberbürgermeister Nico Klose, der sich in seiner Ansprache bei allen engagierten Personen bedankte. „Erinnerung bedeutet, wachsam zu bleiben“, betonte Klose nachdrücklich. Nach den kurzen Redebeiträgen legten mehrere Personen feierlich Kränze vor dem Frauenehrenmal nieder.
Das historische Erbe des KZ Ravensbrück
Das Konzentrationslager Ravensbrück, das heute als Mahn- und Gedenkstätte dient, liegt etwa 45 Autominuten von Neubrandenburg entfernt. Historischen Aufzeichnungen zufolge wurden dort zwischen 1939 und 1945 etwa 120.000 Frauen und Kinder, 20.000 Männer sowie 1.200 weibliche Jugendliche als Häftlinge registriert. Zehntausende von ihnen kamen unter den grausamen Bedingungen ums Leben. Am 30. April 1945 wurde das Lager von der Roten Armee befreit. In Neubrandenburg fanden 99 verstorbene Frauen ihre letzte Ruhestätte.
Weitere Gedenkaktionen in der Stadt
Parallel zur Veranstaltung am Frauenehrenmal fand am Denkmal der Frauenrechtlerin Clara Zetkin eine weitere Kundgebung statt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund aus Mecklenburg-Vorpommern hatte dazu eingeladen, wie bereits in den Vorjahren. Auch hier wurden Kränze und Blumen niedergelegt.
Gewerkschaftssekretärin Maria Weißgerber hob in ihrer Rede die Bedeutung von Frauen in der Gesellschaft hervor: „Frauen arbeiten in Berufen, die unsere Gesellschaft am Laufen halten“. Mit Blick auf die anstehenden Betriebsratswahlen erinnerte sie daran, dass Frauen sowohl wählen als auch gewählt werden müssen.
Frauen-Aktionswochen bis Ende März
Die Gedenkveranstaltungen sind Teil der Frauen-Aktionswochen in Neubrandenburg, die noch bis zum 27. März andauern. Zum siebten Mal werden in diesem Rahmen zahlreiche Aktivitäten angeboten:
- Workshops zu verschiedenen Themen
- Vorträge und Diskussionsforen
- Filmvorführungen mit thematischem Bezug
Insgesamt umfasst das Programm 137 Angebote in verschiedenen Stadtteilen Neubrandenburgs. Auch in anderen Städten der Region finden ähnliche Veranstaltungen statt, wie beispielsweise am 13. März im Fritz-Reuter-Haus in Altentreptow.
Die Gedenkveranstaltungen in Neubrandenburg verdeutlichen, wie wichtig die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus bleibt – besonders an Tagen wie dem Internationalen Frauentag, der für Gleichberechtigung und Menschenrechte steht.



