Gedenkmarsch „16K3“ in Schwerin: Bundeswehr erinnert an gefallene Soldaten
Gedenkmarsch „16K3“ in Schwerin für gefallene Soldaten

Gedenkmarsch „16K3“ in Schwerin: Bundeswehr erinnert an gefallene Soldaten

In der Schweriner Innenstadt blieben zahlreiche Passanten stehen und blickten aufmerksam, als ein Trupp von Bundeswehr-Soldaten mit festem Schritt durch die Fußgängerzone marschierte. Unter den uniformierten Teilnehmern befanden sich auch einige in Zivilkleidung. Viele trugen einen Stoffaufnäher mit der Aufschrift „16K3“, während ein Soldat eine Deutschland-Fahne an seinem Rucksack befestigt hatte, der passend zum Motto des Gedenkens 16 Kilogramm wog.

Ein trauriger Anlass mit symbolischer Bedeutung

Der Gedenkmarsch „16K3“ führte auf einem 16 Kilometer langen Rundkurs durch die Stadt und wurde vom Landeskommando Mecklenburg-Vorpommern organisiert. Rund 50 Soldaten sowie Zivilbeschäftigte beteiligten sich an der Veranstaltung, die jedes Jahr an Bedeutung gewinnt – sowohl in der Länge der Strecke als auch im Gewicht des Gepäcks, da jährlich ein Kilometer und ein Kilogramm hinzukommen.

Die Zahlen stehen für 16 Jahre, die seit dem sogenannten Karfreitagsgefecht in Afghanistan vergangen sind. Das „K“ symbolisiert Karfreitag, die „3“ erinnert an die drei Soldaten, die bei dem Gefecht am 2. April 2010 ihr Leben ließen. Fünf weitere Bundeswehrsoldaten wurden verwundet, und sechs verbündete afghanische Soldaten kamen ebenfalls ums Leben.

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Initiative von Afghanistan-Veteranen

Der diesjährige Marsch geht auf eine Initiative von Afghanistan-Veteranen aus dem Jahr 2020 zurück. Unter den Teilnehmern in Schwerin befand sich auch der Hagenower Hauptfeldwebel Mario K., der selbst zweimal in Afghanistan im Einsatz war und 2006 durch eine Sprengfalle verwundet wurde. „Das hätte auch mich treffen können“, sagte der Soldat bewegt. Ihm sei das Gedenken an die gefallenen und verwundeten Kameraden „sehr wichtig“ und emotional.

Der 46-Jährige wünscht sich, dass das Erinnern an die Gefallenen und Verwundeten in der Gesellschaft mehr Beachtung findet. „Viele Menschen kriegen das gar nicht so richtig mit“, betonte er. Es freue ihn jedoch, dass der Marsch durch die Innenstadt führt und somit sichtbarer wird.

Unterstützung aus der Bevölkerung und von der Führung

Flottillenadmiral Ulrich Reineke, Kommandeur des Landeskommandos Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin, ging bei dem Gedenkmarsch voraus. Er bezeichnete die Veranstaltung als ein wichtiges Ereignis, das aus den Auslandseinsätzen der Bundeswehr entstanden sei, welche ihren Tribut gefordert hätten. Reineke hob den Rückhalt für die Soldaten in der Bevölkerung hervor und betonte, dass die Schweriner und die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern der Bundeswehr generell sehr aufgeschlossen gegenüberstünden.

„Die Veranstaltung wird genau als das verstanden, was sie sei, nämlich ein Gedenken an Menschen, die getötet oder verwundet wurden im Einsatz für die Bundeswehr und unser Land“, erklärte der Admiral.

Abschluss mit einer Andacht

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Andacht mit dem evangelischen Standort-Seelsorger, Militärpfarrer Roland von Engelhardt, unter dem Birkenkreuz in der Werder-Kaserne. Birkenkreuze sind ein typisches Zeichen für Feldgottesdienste der Militärseelsorge und rundeten das würdige Gedenken ab.

Der „16K3“-Marsch dient nicht nur der Erinnerung, sondern auch der Solidarität und dem Respekt für diejenigen, die im Dienst für Deutschland ihr Leben oder ihre Gesundheit geopfert haben. Mit jedem weiteren Jahr wächst die Symbolik dieser bewegenden Tradition.

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