240 Jahre alte Paul-Schmidt-Orgel in Reinshagen vor Rettung: Bundesförderung ermöglicht Sanierung
Historische Orgel in Reinshagen wird mit Bundesmitteln saniert

Ein historisches Instrument kehrt zurück: 240 Jahre alte Orgel in Reinshagen wird gerettet

In der Reinshäger Kirche steht ein besonderes musikalisches Erbe vor seiner Wiederbelebung. Die Paul-Schmidt-Orgel, die seit einiger Zeit stumm geblieben ist, soll nun umfassend saniert werden. Dies wurde durch eine bedeutende Förderung aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes möglich, die der Kirchengemeinde rund 195.000 Euro zur Verfügung stellt.

Ein Jahrzehnt des Wartens und Sammelns

Pastorin Friederike Jaeger zeigt sich überglücklich über den Erfolg des Förderantrags: „Für uns ist es ein Wunder, dass es geklappt hat.“ Die Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich auf 380.000 Euro, womit die Bundesförderung einen entscheidenden Beitrag leistet. Bereits seit zehn Jahren sammelt die Kirchengemeinde kontinuierlich Eigenmittel für dieses ambitionierte Projekt. Zur weiteren Finanzierung sind nun auch mehrere Benefizkonzerte geplant, die zusätzliche Spenden generieren sollen.

Ein seltenes Instrument mit bewegter Geschichte

Die Paul-Schmidt-Orgel ist ein wahrhaft historisches Kleinod mit einer bewegten Vergangenheit. Friedrich Drese, der als Orgelsachverständiger bei der Antragstellung geholfen hat, erklärt die Besonderheiten: „In ihren 240 Jahren ist sie nie komplett auseinandergenommen worden.“ Das Instrument besteht überwiegend aus Holz und Zinnblei und weist nur geringfügige Veränderungen auf, während die ursprüngliche Struktur erhalten blieb. Die Sanierung zielt darauf ab, die Orgel in ihren Originalzustand zurückzuversetzen.

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Die technische Herausforderung ist enorm: Das Instrument umfasst mehrere hundert Pfeifen und insgesamt weit über tausend Einzelteile, darunter kleinste Drähte und Stifte. Jedes Teil muss sorgfältig geprüft und gegebenenfalls restauriert werden. Drese betont, dass es sich um einen echten Glücksfall handelt, dass eine Orgel aus Mecklenburg-Vorpommern in das Förderprogramm aufgenommen wurde, da deutschlandweit nur noch wenige Exemplare von Paul-Schmidt-Orgeln existieren.

Besondere Akustik und gescheiterte Versuche

Die Reinshäger Kirche bietet mit ihrer einzigartigen Akustik den perfekten Rahmen für dieses Instrument. Friedrich Drese schwärmt: „Wenn die Orgel erklingt, denkt der Zuhörer, dass er in einer Stadtkirche ist.“ Das Kirchenschiff erinnert mit seinem großen Raum und langen Nachhall an eine Kathedrale, was den Klang der Orgel besonders eindrucksvoll macht.

Bereits in den 1980er Jahren gab es einen ersten Versuch, die Orgel instand zu setzen, der jedoch scheiterte. Seitdem hat die Kirchengemeinde unermüdlich an der Rettung des Instruments gearbeitet. Anne Papenfuß, engagiertes Mitglied der Gemeinde, führt regelmäßig Besucher durch die Kirche und vermittelt dabei wissenswerte Details zur Orgel und ihrer Geschichte.

Konkrete Pläne für die Sanierung

Die praktischen Arbeiten an der Orgel sollen noch in diesem Jahr beginnen. Der Abbau des Instruments wird vorbereitet, wobei einzelne Elemente zur Fachfirma Wegschneider nach Dresden transportiert werden. Für das Jahr 2027 sind die Hauptarbeiten vorgesehen, doch der genaue Zeitpunkt, wann die Orgel vollständig repariert und wieder bespielbar sein wird, steht noch nicht fest.

Anne Papenfuß hofft auf eine Fertigstellung bis spätestens 2029: „In dem Jahr begeht Reinshagen nämlich sein 710. Gründungsjahr.“ Dies wäre ein würdiger Anlass, um das restaurierte Instrument wieder der Öffentlichkeit zu präsentieren und seine einzigartigen Klänge erneut erklingen zu lassen.

Die Freude über die bevorstehende Sanierung war bereits am vergangenen Sonnabend spürbar, als Kinder des Kindertreffs der Kirche mit Seifenblasen ihre Begeisterung zum Ausdruck brachten. Ein historisches Klangwunder steht somit kurz vor seiner Wiedergeburt und wird hoffentlich bald wieder die Gemeinde und Besucher mit seiner Musik bereichern.

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