Neubrandenburger Hornist Johannes Gnau feiert 25 Jahre Konzertkirche als Traumarbeitsplatz
Hornist feiert 25 Jahre Konzertkirche Neubrandenburg

Ein Musiker und seine Liebe zur Konzertkirche Neubrandenburg

Johannes Gnau, seit 1991 Hornist der Neubrandenburger Philharmonie, erinnert sich lebhaft an seinen ersten Tag in der Viertorestadt. Am 5. Oktober 1990 kam der damals 27-jährige Musiker an, um sich für eine Stelle zu bewerben. Bei einem Abendspaziergang hörte er Musik aus der Marienkirche – ein Baustellenkonzert, das bereits die Vision einer Konzertkirche ahnen ließ, obwohl Gnau damals noch nichts von den Plänen wusste.

Von der Unsicherheit zur Beständigkeit

Nach seinem Engagementbeginn am 1. Januar 1991 erfuhr Gnau von dem ambitionierten Projekt. „Ich war wie wohl jeder in der Philharmonie total fasziniert von diesem Plan“, sagt der heutige Solohornist. Die 1990er Jahre waren jedoch von großer Unsicherheit geprägt. „Niemand wusste, welche Orchester überleben werden“, erklärt Gnau. Während andere Philharmonien wie in Cottbus oder Chemnitz abgewickelt wurden, erwies sich Neubrandenburg als Glücksfall für ihn.

Die Geburt eines Wahrzeichens

Gnau spielte bei zahlreichen Baustellenkonzerten mit, die oft ausverkauft waren. Einmal musste das Orchester sogar in einer Betonwanne proben, während Pumpen Wasser abführten. Am 13. Juli 2001 war es endlich soweit: Die Neubrandenburger Philharmonie unter Chefdirigent Nicolás Pasquet eröffnete die Konzertkirche mit Beethovens Missa solemnis. Gnau war mittendrin und erinnert sich stolz an diesen historischen Moment.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Ein Quantensprung in Akustik und Atmosphäre

Bis heute schwärmt Gnau von der Konzertkirche als seinem „Traumarbeitsplatz“. Die Akustik sei ein Quantensprung gegenüber dem alten HKB-Saal. „Es ist ein Luxus, dass wir hier auch proben dürfen. Viele Orchester haben deutlich schlechtere Bedingungen“, betont er. Besonders schätzt er die faszinierende Atmosphäre mit den Kontrasten aus Backstein und Beton sowie das einfallende Tageslicht, das in vielen Konzertsälen fehlt.

Kleine Mängel und große Freude

Einziger Wermutstropfen sind die beengten Umkleidemöglichkeiten in den Kellergarderoben. Doch das tut der Begeisterung keinen Abbruch. Auch nach 35 Jahren ist Gnau vor Konzerten noch aufgeregt, besonders bei Solopassagen. „Aber ich freue mich einfach jedes Mal auf meinen super Arbeitsplatz in der Konzertkirche!“, sagt er mit einem Lächeln.

Die Konzertkirche Neubrandenburg feiert 2026 ihr 25-jähriges Bestehen. Diese Geschichte ist Teil einer Serie, die Menschen und Hintergründe des Wahrzeichens beleuchtet – ein Zeugnis der Leidenschaft und Beständigkeit in der deutschen Musiklandschaft.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration