Kreisverkehrsbau in Jarmen geht nach Winterpause weiter
Nach einer fast dreimonatigen Winterunterbrechung werden die Bauarbeiten für den neuen Kreisverkehr an der Landesstraße 35 in Jarmen nun wieder aufgenommen. Das Straßenbauamt Neustrelitz kündigte am Wochenende an, dass mit den Arbeiten auch neue umfangreiche Straßensperrungen verbunden sein werden.
Komplette Vollsperrung der Stadtzufahrt
Ab Dienstag, dem 10. März 2026, wird die Anbindung der ins Stadtzentrum führenden Anklamer Straße vollständig gesperrt. Bisher konnten diese Strecke zumindest noch von der L35 aus genutzt werden, und für Einsatzfahrzeuge war sogar die Durchfahrt in beiden Richtungen möglich. Mit den neuen Bauarbeiten fällt diese wichtige Durchfahrtmöglichkeit nun komplett weg.
Besonders betroffen ist die Jarmener Feuerwehr, die bei Notrufen aus nördlichen, östlichen und südlichen Stadtbereichen nun deutlich längere Anrückzeiten in Kauf nehmen muss. Der an der Anklamer Straße gelegene Penny-Markt bleibt hingegen weiterhin vom Ortskern aus erreichbar, wie das Straßenbauamt Neustrelitz versichert.
Umleitungen für Verkehrsteilnehmer
Für den öffentlichen Verkehr werden umfangreiche Umleitungen eingerichtet. Wer von der L35 nach Jarmen hinein oder in der Gegenrichtung hinaus möchte, soll dafür die Ortsumfahrung der Bundesstraße 110 nutzen. Ortskundige dürften vermutlich verstärkt die Hafenabfahrt für diesen Zweck ansteuern.
In Fahrtrichtung des Industriegebietes „Jarmen West“ östlich der Autobahn 20 wird der Verkehr über ein bereits 2025 errichtetes Asphaltprovisorium zwischen Greenline-Tankstelle und Anklamer Straße geführt. Von dieser Umleitung sind nicht nur Anwohner betroffen, sondern auch mehrere Unternehmen, darunter ein Gartenbaubetrieb, eine Logistikfirma, das Hermes-Versandzentrum und der Wasser- und Bodenverband.
Fortschritte und Zeitplan
Der erste Bauabschnitt, die Fahrspur in Richtung Greifswald, wurde bereits vor Weihnachten fertiggestellt. Gleiches gilt für den begleitenden Radweg und die Nebenanlagen auf dieser Seite. Jüngst installierte eine Elektrofirma zudem die Straßenbeleuchtung für den neuen Verkehrsknotenpunkt.
Ab Dienstag soll der Durchgangsverkehr über die neue Spur in Richtung Greifswald rollen, damit sich die Bauarbeiter der Gegenrichtung Greifswald-Neubrandenburg widmen können. Die Baustellenampel bleibt dabei in Betrieb, wird jedoch anders positioniert.
Auch Fußgänger und Radfahrer sind von den neuen Einschränkungen betroffen. Der Radverkehr in Richtung Zentrum wird weiter über die bestehende Umleitung für Pedalritter geführt. Die Fertigstellung des gesamten Projekts ist für den Spätsommer 2026 geplant.
Finanzierung und Hintergrund
Seit dem Spätsommer 2025 wird die Kreuzung der ehemaligen Bundesstraßen 96 und 110 zu einem Kreisverkehr mit einem Außendurchmesser von etwa 32 Metern umgestaltet. Ziel der Maßnahme ist eine deutliche Erhöhung der Verkehrssicherheit an diesem neuralgischen Punkt.
Die Baukosten sind mit rund 1,62 Millionen Euro veranschlagt. Das Land Mecklenburg-Vorpommern trägt als Baulastträger der Landesstraße etwa 1,18 Millionen Euro. Die Stadt Jarmen beteiligt sich mit rund 440.000 Euro. Im Rahmen der kommunalen Straßenbauförderung stellte das Landeshauptministerium in Schwerin der Kommune zusätzliche Fördermittel in Höhe von 252.000 Euro bereit.
Während der Wintermonate blieb die halbseitige Sperrung der L35 samt Baustellenampel bestehen, was das Land vor allem mit Sicherheitsaspekten begründete. Der frische Asphalt blieb in dieser Zeit unberührt, nun geht es mit Volldampf weiter Richtung Fertigstellung.



