Mobiles Wohnzimmer schafft Begegnungsort mitten in Neustrelitz
Ein ungewöhnliches mobiles Wohnzimmer hat am Samstag den Gehweg neben dem Neustrelitzer Rathaus in einen lebendigen Treffpunkt verwandelt. Die Aktion des Zentrums für Freundlichkeit zielte darauf ab, Menschen zusammenzuführen, die im Alltag oft aneinander vorbeigehen. Der gelungene Auftakt zu einer mecklenburg-vorpommern-weiten Veranstaltungsreihe erzeugte sofort Aufmerksamkeit und schuf Raum für menschliche Nähe.
Viele Partner unterstützen die lose Vereinigung
Mitinitiatorin Jasmin Loewié zeigte sich hochzufrieden mit der Resonanz. Wir sind nur eine lose Vereinigung und haben viele Partner mit ins Boot geholt, erklärte sie. Zu den Unterstützern zählten:
- Der Neustrelitzer Jugendbeirat
- Das Bündnis #unteilbar - Solidarisches Neustrelitz
- Das Neustrelitzer Kunsthaus
- MSE Tauscht aus Neubrandenburg
Die Gruppierung ist keiner Partei angeschlossen und finanziert sich ausschließlich durch private Mittel. Zahlreiche private Initiativen und Einzelpersonen brachten sich spontan ein. Am Rathaus wurden Plätzchen gereicht und Kaffee angeboten, zur Eröffnung der landesweiten Veranstaltungsreihe genossen einige Besucher sogar ein Gläschen Sekt.
Gespräche erinnern an gegenseitige Hilfe in der DDR
Die Veranstalter betonten ihr Ziel, Menschen wieder zusammenzubringen. Wir gehen auf sie zu. Die Themenvielfalt ist unendlich, sagten sie. Es kann gemeckert werden, es können Unstimmigkeiten mit Politikern erwähnt werden. Wir hören zu und besprechen Probleme. Jeder hilft Jedem, wie es einst zu DDR-Zeiten war. Dabei steht die Menschlichkeit im Vordergrund.
Die Besucher zeigten sich begeistert von diesem Konzept. Lilli Sauer, bekannt als Lese-Lilli, betonte: Die Idee ist toll, es gibt einfach zu viel Böses in der Welt. Wir haben nur diese eine Welt und müssen sie schützen. Für alle sollte der Frieden im Vordergrund stehen.
Neustrelitz begeistert Rückkehrer und junge Generation
Harald und Gerlind Temeschinko, die nach vielen Jahren nach Mecklenburg-Strelitz zurückgekehrt sind, zeigten sich beeindruckt von der Entwicklung Neustrelitz'. Seit zwei Jahren leben wir nun hier und sind begeistert über die Vielfältigkeit an kulturellen Angeboten, sagten sie einstimmig. Neustrelitz ist eine Fundgrube. Es gibt viel Leben und Engagement.
Mit der 15-jährigen Emily Dietrich war auch eine junge Frau vor Ort, die die Zusammenführung von Menschen durch das Zentrum für Freundlichkeit ausdrücklich befürwortete. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen und spannende Gespräche zu führen.
Persönliche Erinnerungen verbinden Generationen
Ein besonders bewegender Moment ergab sich für Jasmin Loewié, als sie eine alte Bekannte traf. Gerade habe ich mit einer Frau gesprochen, die mich nach 25 Jahren wiedererkannte, erzählte sie. Sie war unsere Nachbarin eine Etage unter unserer Wohnung. Als kleines Kind habe ich des Öfteren vom Balkon einen Korb an einer Schnur zu ihr heruntergelassen und sie legte mir dort immer wieder Schokolade hinein - und das wusste sie noch nach so langer Zeit.
Diese persönliche Anekdote unterstrich den Geist der Veranstaltung: Erinnerungen an vergangene Zeiten der Nachbarschaftshilfe wurden wach und verbanden sich mit gegenwärtigem Engagement für Gemeinschaft und Menschlichkeit.



