Mecklenburg-Vorpommern erweitert Regiobus-Netz mit sieben neuen Linien
Das Land Mecklenburg-Vorpommern treibt den Ausbau des Überlandbusnetzes mit Millioneninvestitionen voran. In den kommenden Jahren sollen sieben neue Regiobus-Linien eingerichtet werden, um die Erreichbarkeit ländlicher Regionen deutlich zu verbessern. Bereits in diesem Jahr sind vier neue Verbindungen oder Erweiterungen bestehender Strecken geplant, wie aus Unterlagen des Verkehrsministeriums und der landeseigenen Verkehrsgesellschaft (VMV) hervorgeht.
Konkrete Pläne für neue Verbindungen
Zu den geplanten Linien gehören eine Verbindung zwischen Greifswald-Lubmin und Wolgast sowie eine Strecke, die Friedland, Anklam und Heringsdorf miteinander verbindet. Zudem soll die Linie Parchim-Plau nach Malchow erweitert werden. Besonders bemerkenswert ist die geplante grenzüberschreitende Verbindung zwischen dem westmecklenburgischen Boizenburg und dem schleswig-holsteinischen Lauenburg, die regelmäßige Fahrten vorsieht.
Verkehrsminister Wolfgang Blank (parteilos) kündigte außerdem drei weitere Linien an, die sich aktuell in der Abstimmungsphase befinden. Dazu zählen Verbindungen zwischen Ribnitz-Damgarten und Marlow sowie zwischen Greifswald, Demmin und Dargun. Ebenfalls geplant sind regelmäßige Fahrten zwischen Dömitz und Dannenberg.
Finanzierung grenzüberschreitender Linien noch offen
Für die über die Landesgrenzen nach Schleswig-Holstein und Niedersachsen geplanten Linien muss die Finanzierung allerdings noch geklärt werden, wie Stefan Lösel, Chef der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP), erklärte. Entsprechende Verträge stünden noch aus, doch das Land zeigt sich optimistisch, diese Hürden zu überwinden.
Erfolgreiche Mobilitätsoffensive zeigt Wirkung
In den vergangenen zweieinhalb Jahren wurden bereits 16 Regio-Buslinien eingerichtet oder bestehende Verbindungen ins Regiobus-System integriert. Die Taktbuslinien verkehren stündlich oder zweistündlich unabhängig von Schul- und Ferienzeiten – in der Regel montags bis samstags zwischen 5 und 22 Uhr, am Sonntag zwischen 8 und 20 Uhr. Alle Linien sind zudem mit dem Bahnverkehr verknüpft, was die Mobilität weiter erhöht.
Die neuen Angebote kommen bei den Fahrgästen gut an: Die von der VLP betriebene Linie Schwerin-Sternberg wird täglich von etwa 400 Personen genutzt. Auf den Hauptstrecken in der Mecklenburgischen Seenplatte zwischen Friedland, Neubrandenburg und Waren sind die Busse gut ausgelastet, wie Astrid Bernitt, Finanzchefin der Mecklenburg-Vorpommerschen Verkehrsgesellschaft (MVVG), bestätigte.
Fahrgastzahlen steigen deutlich
Die Verkehrsgesellschaft Rebus im Landkreis Rostock verzeichnet auf ihren drei Regiobus-Linien Güstrow-Krakow, Bad Kleinen-Schwaan und Sternberg-Güstrow einen deutlichen Zuwachs. Im vergangenen Jahr wurden knapp 40 Prozent mehr Fahrgäste gezählt als im Vorjahr – insgesamt 75.000 Fahrgäste mehr. Marc Weinhauer, Prokurist bei Rebus, zeigte sich erfreut über diese positive Entwicklung.
Carsten Werfel, Geschäftsführer der VMV, betonte, dass sich Fahrgäste erfahrungsgemäß zwei bis drei Jahre auf neue Nahverkehrsangebote einstellen müssten. Auf einigen Strecken, wie der Rebus-Linie Sternberg-Güstrow, sei der Zuwachs mit 8.600 zusätzlichen Fahrgästen zwar positiv, aber noch ausbaufähig. Busunternehmen und Land beraten daher über mögliche Anpassungen auf weniger frequentierten Strecken.
Hohe Förderung durch das Land
Ohne staatliche Zuschüsse wären die Regiobus-Linien kaum zu betreiben: Allein in diesem Jahr fördert das Land die Bus-Angebote mit mehr als 13 Millionen Euro. Die teuerste Linie ist dabei die Verbindung zwischen Neubrandenburg, Waren und Röbel, für die das Land im vergangenen Jahr knapp 1,4 Millionen Euro bereitstellte. Für die Strecke Schwerin-Sternberg wurden 729.000 Euro und für die Linie Wismar-Blankenberg 678.000 Euro aufgewendet.
Diese Investitionen zeigen, dass Mecklenburg-Vorpommern die Mobilität in ländlichen Regionen ernst nimmt und kontinuierlich verbessern will. Die sieben neuen Linien werden dazu beitragen, weiße Flecken im Nahverkehr zu schließen und die Lebensqualität für Einwohner, Pendler und Touristen spürbar zu erhöhen.



