Prominente hinter Gittern in MV: Von Semmelrogge bis Speck - ihre Vergehen und das Leben danach
Prominente in MV-Knast: Vergehen und Leben danach

Prominente Gefangene in Mecklenburg-Vorpommern: Keine Sonderbehandlung für Stars

In Mecklenburg-Vorpommern existieren vier Justizvollzugsanstalten mit insgesamt über 1300 Haftplätzen, die sich in Neustrelitz, Bützow, Waldeck und Stralsund befinden. Auch namhafte Persönlichkeiten aus Film, Fernsehen und Unterhaltung haben dort bereits Haftstrafen verbüßt, ohne dabei eine Extrabehandlung zu erhalten.

Martin Semmelrogge: Acht Monate Haft wegen Führerscheinvergehen

Der bekannte Schauspieler Martin Semmelrogge trat im Jahr 2019 seinen achtmonatigen Haftantritt in der Justizvollzugsanstalt Waldeck bei Dummerstorf im Landkreis Rostock an. Der Grund für die Freiheitsstrafe ohne Bewährung war das Fahren ohne anerkannte Fahrerlaubnis. Obwohl Semmelrogge eine spanische Fahrerlaubnis vorweisen konnte, wurde diese vom zuständigen Richter nicht akzeptiert.

Bereits im April 2012 war der Schauspieler auf der Autobahn 9 in Bayern in eine Polizeikontrolle geraten. Da er zum Zeitpunkt der Verurteilung seinen Wohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern hatte, konnte er seine Strafe in der Anstalt Waldeck absitzen. Heute lebt Semmelrogge zurückgezogen auf Mallorca, moderiert eine eigene Radioshow und beteiligt sich gelegentlich an Theater- oder Filmprojekten.

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Karsten Speck: Betrug und Steuerhinterziehung führten ins Gefängnis

Im selben Gefängnis wie Semmelrogge saß auch Karsten Speck ein, der vielen noch aus der DDR-Zeit bekannt sein dürfte. Der Schauspieler, Entertainer und Sänger verbüßte um den Jahreswechsel 2010/2011 eine Haftstrafe wegen Betrugs und Steuerhinterziehung. Die ihm nachgewiesenen Vergehen wogen deutlich schwerer als bei Semmelrogge.

Zwischen 2002 und 2007 hatte Speck Betrug in fünf Fällen begangen und konnte das Gefängnis erst im September 2011 wieder verlassen. Heute ist Karsten Speck weiterhin als Schauspieler aktiv und spielt seit 2024 in der Serie „Die Spreewaldklinik“ bei einem bekannten TV-Sender. Nach einem freiwilligen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik im Jahr 2022 teilt er seine Erfahrungen aus gesundheitlichen Krisen öffentlich mit.

Marcus Japke: Manipulierte Gewinnspiele und Kindesmissbrauch

Marcus Japke, ehemaliger Moderator des Radiosenders „Ostseewelle“, machte 2017 ebenfalls Bekanntschaft mit der Gefängnisanstalt Waldeck. Fünf Jahre Haft musste er wegen Betrugs und betrügerischen Bankrotts verbüßen. Japke hatte gemeinsam mit einem Bekannten Gewinnspiele bei dem norddeutschen Radiosender manipuliert, bei dem er angestellt war.

Der Schaden aus neun Fällen belief sich auf 61.000 Euro, die er und sein Komplize aus dem Gewinnspielbetrug erbeuteten. Japke versuchte noch gegen das Urteil vorzugehen, scheiterte jedoch vor dem Berufungsgericht. Von der festgesetzten Haftzeit verbrachte er nur eine Restzeit von zwei Jahren und vier Monaten, genau 845 Tage, in der Haftanstalt Waldeck.

Bereits im November 2012 war Japke wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs eines Kindes zu drei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt worden. Ob er heute noch in der Medienbranche tätig ist, bleibt unbekannt.

Justizministerium betont Gleichbehandlung aller Gefangenen

Tilo Stolpe aus dem Justizministerium in Schwerin betont, dass Prominente in den Gefängnissen Mecklenburg-Vorpommerns keine Extrabehandlung erfahren haben, obwohl sie einem Millionenpublikum bekannt sind. Die Gleichbehandlung aller Inhaftierten steht im Justizvollzug des Bundeslandes an erster Stelle, unabhängig von Bekanntheitsgrad oder gesellschaftlichem Status.

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