Gebühren-Schock in Schwerin: Personalausweis kostet jetzt 46 statt 37 Euro
Wer in Schwerin einen neuen Personalausweis beantragen muss, erlebt seit Februar einen unangenehmen finanziellen Schock am Schalter. Die bundesweit geltenden Gebühren für die wichtigen Personaldokumente sind deutlich gestiegen, was bei den Bürgern für erheblichen Frust sorgt. Die Stadtverwaltung Schwerin zeigt dabei volles Verständnis für den Unmut der Bevölkerung und kritisiert die Preispolitik scharf.
Kräftige Preissprünge für alle Altersgruppen
Der Bund begründet die Gebührenanpassung mit gestiegenen Herstellungs- und Bearbeitungskosten in der Bundesdruckerei. Für die Bürger bedeutet dies konkret eine spürbare finanzielle Mehrbelastung. Personen ab 24 Jahren müssen nun 46 Euro für ihren zehn Jahre gültigen Personalausweis bezahlen – eine Steigerung von satten neun Euro gegenüber den bisherigen 37 Euro.
Auch jüngere Antragsteller unter 24 Jahren bleiben von der Preiserhöhung nicht verschont. Für sie stieg der Preis für den sechs Jahre gültigen Ausweis von 22,80 Euro auf 27,60 Euro. Lediglich die Gebühren für vorläufige Personalausweise und reguläre Reisepässe blieben unverändert.
Stadt Schwerin teilt Unmut und zahlt sogar drauf
Im Schweriner Stadthaus bekommt das Personal im Bürgerservice die Wut der Bürger über die teureren Plastikkarten täglich hautnah zu spüren. „Die Bürgerinnen und Bürger laden ihren Unmut über die beträchtliche Steigerung der Gebühren nicht selten bei uns im Bürgerservice ab“, berichtet Silvio Horn, der zuständige Dezernent. Die Stadtverwaltung zeigt dafür volles Verständnis und teilt die Kritik an der Preispolitik.
Doch die Hände sind der Kommune gebunden, da sie weder Einfluss auf die gesetzlich festgelegten Gebühren noch auf die Preisgestaltung der Bundesdruckerei hat. Früher habe der Bund derartige Mehrkosten noch selbst ausgeglichen, heute müsse die Stadt sogar Verluste hinnehmen. „Wir müssen der Bundesdruckerei für die Herstellung eines Personalausweises für unter 24-Jährige sogar zwei Euro mehr zahlen, als wir für die Ausstellung dieses Personaldokumentes an Gebühr berechnen dürfen“, erklärt Horn. Der eigene personelle und administrative Aufwand der Stadt werde bei diesem Verlustgeschäft nicht honoriert.
Vervierfachung bei Notfall-Dokumenten
Dass der Bund bei den Gebühren derzeit kräftig an der Preisschraube dreht, zeigt sich auch an den Grenzen und Flughäfen. Wer dort ohne gültiges Dokument steht, kann sich von der Bundespolizei einen sogenannten Reiseausweis als Passersatz ausstellen lassen. Die Kosten für dieses Notfalldokument haben sich auf einen Schlag vervierfacht – von extrem günstigen acht Euro auf nunmehr 32 Euro.
Die Situation in Schwerin verdeutlicht damit ein grundsätzliches Problem: Während die Bürger mit höheren Gebühren belastet werden, müssen Kommunen wie Schwerin teilweise sogar draufzahlen. Eine Lösung für diese unbefriedigende finanzielle Situation ist derzeit nicht in Sicht, was den Frust bei allen Beteiligten weiter anheizt.



