Schweriner Kabelkunden verpassen historischen Raketenstart durch Wartungsarbeiten
Schweriner verpassen Raketenstart durch Wartungsarbeiten

Schweriner Kabelkunden verpassen historischen Raketenstart durch Wartungsarbeiten

Die historische „Artemis II“-Mondmission startete nach mitteleuropäischer Zeit am 2. April gut eine halbe Stunde nach Mitternacht vom Kennedy Space Center in Cape Canaveral, Florida. Viele Schweriner blieben lange auf, um zu verfolgen, wie erstmals seit mehr als 50 Jahren Menschen wieder Richtung Mond starteten. Doch unglücklich geplante Wartungsarbeiten bei ihrem Kabelanbieter vermiesten zahlreichen Bewohnern der Landeshauptstadt das TV-Erlebnis dieses Jahrhundert-Ereignisses.

Vom großen Bildschirm zum kleinen Display

Ein Schweriner Rentner, der seinen Namen nicht öffentlich nennen möchte, hatte sich besonders auf den Raketenstart gefreut. Die Mondlandung 1969 hatte er damals im West-Fernsehen in Schwarz-Weiß verfolgt, jetzt wollte er das Spektakel in Farbe auf einem großen Bildschirm genießen. Doch kurz vor dem Start der Mission „Artemis 2“ im US-amerikanischen Cape Canaveral gab es plötzlich keinen Empfang mehr. Der Raumfahrt-Enthusiast verfolgte die historische Mission dann notgedrungen auf dem kleinen Bildschirm seines Mobiltelefons.

Seit mehr als einem halben Jahrhundert sind wieder Menschen in die Nähe des Mondes unterwegs, was den verpassten Moment besonders schmerzhaft macht. Zunächst glaubte der Schweriner an eine technische Störung und überprüfte sein Empfangsgerät. Ein Anruf bei der Vodafone-Hotline brachte zunächst keine Aufklärung. Wegen des hohen Anruferaufkommens habe sich die Wartezeit von zunächst 25 auf 60 Minuten erhöht, berichtete der verärgerte Senior. Später habe dann eine Computerstimme durchgesagt, dass Wartungsarbeiten stattfinden.

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Vodafone entschuldigt sich für ungünstigen Zeitpunkt

Ein Vodafone-Sprecher sagte auf Anfrage unserer Zeitung, es habe sich um eine notwendige Frequenzumstellung gehandelt. Das Unternehmen entscheide sich bewusst dafür, solche Wartungen in einem Zeitraum von 0 bis 6 Uhr durchzuführen, da dort potenziell am wenigsten Kunden Fernsehen schauen. „Dass diese Wartung nun mit dem Raketenstart einherging, bitten wir zu entschuldigen“, so der Unternehmensvertreter.

Der empörte Schweriner zeigte zwar grundsätzliches Verständnis dafür, dass Wartungsarbeiten notwendig sind, kritisierte aber scharf den ungünstigen Zeitpunkt: „Der Starttermin war lange vorher bekannt.“ Auch wenn die Astronauten der Artemis-II-Mission nicht auf dem Mond landen, sei er wütend, dass ihm das historische Erlebnis „so vermiest“ wurde. Die Tatsache, dass es sich um den ersten bemannten Flug zum Mond seit über fünf Jahrzehnten handelt, unterstreicht die Bedeutung des verpassten Moments.

Kommunikation im Vorfeld

Vodafone verwies darauf, dass zu der technischen Umstellung eine Pressemitteilung veröffentlicht worden sei. Darüber hinaus seien die Kunden über die Umstellung im Vorfeld per Brief, via E-Mail sowie über Hausaushänge informiert worden. Dennoch erreichten diese Informationen offenbar nicht alle betroffenen Zuschauer rechtzeitig oder in ausreichender Deutlichkeit.

Die Situation wirft Fragen zur Planung von Wartungsarbeiten bei großen Medienereignissen auf. Während technische Updates unvermeidlich sind, zeigt dieser Vorfall, dass die Abstimmung mit öffentlich lange angekündigten Highlights der Raumfahrtgeschichte verbessert werden könnte. Für viele Schweriner bleibt der historische Raketenstart der Artemis-II-Mission nun mit der Erinnerung an einen schwarzen Fernsehbildschirm verbunden.

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